Nun also wieder Baden: Nachdem die letzten beiden Krimis, in die Katharina Schweitzer verwickelt war, in Köln spielten ("Mordstafel", "Eisbombe"; zuvor auch schon in Band 1 "Leichenschmaus"), kehrt die erfolgreiche Köchin wieder einmal in ihre alte Heimat zurück, die auch schon in "Kirschtote" eine Rolle spielte. Und auch diesmal zeigt sich deutlich: Der Schwarzwald mag beschaulich aussehen, doch unter der Oberfläche brodelt es gewaltig, und zwar in Form von Umweltskandalen, Drohungen, undurchsichtigen Geschäften und einer Dorfgemeinschaft, die auch nicht vor Mord zurückschreckt - oder geht Katharina hier etwa zu weit mit ihren Spekulationen?
Wohl auch, weil der Krimi im Badischen spielt, hat Autorin Brigitte Glaser das Tempo etwas herausgenommen, das an den quirligen Kölner Schauplätzen einfach höher ist. Doch auch hier gibt es ein Wiedersehen mit alten Bekannten aus "Kirschtote", unter anderem mit Katharinas Mutter - das Mutter-Tochter-Verhältnis ist immer noch schwer gestört - und mit dem Lokaljournalisten FK, mit dem Katharina eine Jugendromanze verbindet. Gekocht wird in "Bienen-Stich" allerdings recht wenig, was schade ist, gehören doch die Szenen, die sich ums Kochen, um Lebensmittel und damit um Katharinas Lebenselixier drehen, sonst immer zu den reizvollsten in Glasers Krimis. Stattdessen gibt es viel Input in Form von Informationen zum Thema Genmais und Bienensterben - ein aktuelles Thema, das Glaser anhand von Fakten aufgegriffen hat. Ein bisschen Durchhaltevermögen braucht man hin und wieder, wenn über Bienen und eben das rätselhafte Bienensterben doziert wird. Am Ende des Romans finden sich wieder Rezepte zum Nachkochen, diesmal natürlich passend zum Thema Honig und Bienenstich.
Was man diesem Krimi ankreiden kann, ist, dass Glaser ihre Leser auf zahlreiche falsche Fährten führt - was ja bei einem Krimi durchaus zum guten Ton gehört, aber diesmal ist es ein bisschen viel des Guten, denn nahezu die gesamte Handlung entpuppt sich am Ende als recht wenig wichtig für den Fall.
Fazit: "Bienenstich" ist ein wenig zäher und langatmiger als die beiden letzten Fälle. Es ist definitiv nicht der beste Fall der Reihe - dieser Platz gebührt wahrscheinlich dem Einstieg "Leichenschmaus" -, aber durchaus kein schlechter Krimi. Dennoch wünschen sich Fans vielleicht Katharina in alter Form zurück: eben etwas witziger, chaotischer und mehr in Kulinarisches verwickelt.