Ich habe diesen Automaten am 1.01.2012 gekauft und bin restlos begeistert. Wie sehr zeigt allein schon die Tatsache, dass ich normalerweise zu faul bin, eine Rezension zu schreiben. Diesmal fühle ich mich fast schon dazu verpflichtet. Ich möchte nicht alle technischen Details unnötig wiederholen, ich konzentriere mich auf die praktischen Fragen. Die nach denen ich selbst bei meiner Suche gesucht habe. Also...
Welche Automaten standen bei meiner Entscheidung zur Auswahl?
-Unold 68415
-Unold 68615
-Beem D1000.310 Multi-Back Topclass 3 in 1
-Bielmeier 395 (nur der Vollständigkeit halber hier aufgeführt.)
-Bielmeier 397 ("kleiner Bruder" von meinem)
-Kenwood BM 900
-Philips HD9020/40
Warum dieser Automat?
Ich habe mich sehr lange über all diese Automaten informiert und ich glaube alle möglichen verfügbaren Informationen zusammengetragen und ausgewertet zu haben. Alle oben aufgeführten Automaten sind den Rezensionen nach zu urteilen sehr gut, unterscheiden sich aber in einigen Details, Handhabung und vielleicht auch ein wenig in Qualität (kann ich nicht objektiv beurteilen, da ich ja nur einen habe).
Für diese Maschine habe ich mich entschieden, weil mir folgende Punkte wichtig waren, die bei anderen Maschinen entweder fehlten oder nicht so gut gelöst waren:
- 2 Backformen. Ich habe hier die Freiheit entweder ein kleines, 2 unterschiedliche kleine (je 500g) oder ein variabel großes (750-1400g) Brot zu backen.
- Die große Backform kann Brote bis 1400g backen. Das ist mehr als andere zu bieten hatten (außer Kenwood glaube ich). Soviel steht zumindest auf dem Papier. In Realität ist es so, dass die Entwickler wohl eine Größe angeben musste, die passt, egal was kommt. Das heißt (sehr wichtig!!!) ein süßes, sehr luftiges Brot, wie die Rosinenstute ist viel voluminöser als ein Schwarzbrot. Und von diesem Voluminösen Brot können Sie dann 1400g haben. Wenn Sie dunkles (eigentlich jedes normale Brot wie Roggenbrot, Dinkelbrot, Bauernbrot usw) backen, passt noch um einiges mehr rein.
- Die Verfügbarkeit von Ersatzteilen. Sie alle nötigen Ersatzteile für einen fairen Preis beim Hersteller kaufen. War bei anderen nicht so.
- Das Bedienfeld ist mit drucksensitiven Sensoren ausgestattet, somit glatt, somit leich zu reinigen. War nicht bei allen so.
- Das Design. Das Aussehen war mir recht wichtig, weil das Ding einen recht prominenten Platz in der Küche einnimmt, und somit zu übrigen Sachen passen musste. Weißes Plastik käme nicht gut. Ich fand dieses Modell am modernsten und attraktivsten vom Aussehen her. (Das Gehäuse ist aus Metall, falls Zweifel bestehen.)
- Die Bedienanzeige. Ist sehr gut lesbar, beleuchtet und vor allen Dingen, anders als bei mach anderen Maschinen verständlich. Bei Kenwood stehen Sie vor der Maschine und haben das Gefühl, die Entwickler haben die Maschine nur für sich selbst entwickelt.
- Die große Wirkung der überaus guten Durchschnittsbewertung auf die Kaufentscheidung will ich auch nicht verschweigen.
- Die überraschend kompakte Größe. Vergleichen Sie selbst. Es ist kaum größer (wenn überhaupt) als Maschinen, die kleinere Brote backen. Außerdem passte diese Form besser in unsere Küche (als Kenwood zB).
- Sie haben bei diesem Gerät im Gegensatz zu einigen anderen die Möglichkeit, ein eigenes Program zu erstellen. Ist sehr nützlich, wenn Sie mal einen Schritt rechts oder links von der Fertigbackmischung tun wollen.
- Und zuletzt die für mich ansprechendste, am besten verständliche und kundenfreundlichste Bedienungsanleitung von allen. Als abschreckendes Beispiel verweise ich gerne noch Mal auf Kenwood.
Worauf ich bei diesem Automaten im Vergleich zu einigen anderen verzichten muss:
- Automatischer Zutatenspender. Wäre manchmal praktisch. Ist aber nicht schlimm, denn Sie müssen so etwa 20 min nach Start des Programms einfach was reinschütten und das war's.
- Bei dem teuren Unold gibt es ein eigebaute Küchenwaage aber wir haben schon eine. Somit hat sich das auch erledigt.
Nun zum Praxiseinsatz.
- Geschmack. Das Brot schmeckt fantastisch. Ich habe mich darauf gefasst gemacht, dass ich im Vergleich zum Supermarkt oder gar Bäcker Abstriche machen muss. Aber genau das Gegenteil ist der Fall. Ich habe damit gerechnet, dass ich mich wohl eher auf das Brot an sich freuen sollte, und die Kruste vergessen sollte. Ich dachte, es wird außen irgendwie weich und schlabberig. Aber unglaublich! So eine Knusprige, Krosse und herrliche Kruste (von allen Seiten) habe ich noch nicht gegessen. Die Bäckerbranche hat mich für lange Zeit als Kunden verloren:)
- Frische. Zum Geruch und dem Gefühl frischen Brotes zuhause, muss man glaube ich nicht viel sagen. Man kriegt selten warmes Brot so schnell nach Hause solange es noch warm ist.
- Haltbarkeit. Ich bin für diese Rezension wirklich nicht bezahlt worden, aber auch auf die Gefahr hin meine Glaubwürdigkeit zu verlieren, muss ich hier festhalten, dass das Brot auch noch nach 4 Tagen schmeckt wie frisch. Mag an den Brotbackmischungen liegen. Ich will ehrlich gesagt auch gar nicht wissen was drin ist:) Hauptsache es schmeckt gut und das lange. (Ich verwende Mischungen von Kaufland für 79cent das Kilo).
- Aussehen des Brotes. Das ist echt umwerfend. Sie herrlich nach einer Zeit aus wo Brote noch keine Industrieware waren. Achtung! Große Gefahr des Auslösens von nostalgischen Gefühlen:)
- Preis. Die Stromkosten belaufen sich für den Kompletten Vorgang auf (ich habe es mit einem Gerät gemessen) 9,6 cent!!! Die übrigen Kosten sind variabel und sie können es dann ausrechnen. Für uns, die nur die fertige Brotbackmischung und Leitungswasser brauchen, belaufen sich die Kosten für ein herrliches, etwa 1,4 Kilo schweres Laib Brot auf etwa 0,69¤!!! Das schmeckt also nicht nur gut, sondern spart auch noch ne Menge Geld! So eine Win/Win-Situation hatte ich schon lange nicht mehr erlebt.
- Backvorgang. Dauert für unsere Backmischungen 2std 50min. Nur Mischung und Wasser rein, Programm starten und das war's. Nach dem Backen können Sie fürs Aufräumen 5 min einplanen.
- Die Zeitautomatik (Backmischung und Wasser eingeben und ihm sagen wann Sie das Brot fertig haben möchten (bis zu 13 std im Voraus)) ist sehr(!) bequem und das Brot ist im Geschmack und Aussehen identisch mit dem, was ohne Zeitautomatik rauskommt.
Weitere nützliche Informationen:
- Das oft bemängelte Piepen ist nur unangenehm laut, wenn man sich im gleichen Raum befindet (für Gewöhnlich Küche:). Sonst stört es nicht mehr als das Piepen meiner Kaffeemaschine, meiner Waschmaschine, meines Weckers...
- Nach dem 2ten Knetvorgang lassen sich die Knethacken leicht entfernen, dann sind die Löcher später wirklich minimal.
- Das Brot sollte nach dem Backen etwas abkühlen (20 min für eilige, besser 1 std).
- In der Backform bleibt an den Stielen etwas Brot hängen. Einfach Wasser reinfüllen und 15 min aufweichen lassen.
- Wir brauchten etwa 3-4 Versuche, bis wir unser Optimum gefunden haben. Experimentieren Sie mit der Wassermenge. Wir haben festgestellt, dass etwas weniger Wasser (20-30mL/500g Mehl) als angegeben für uns besser schmeckt.
Ich hoffe ich konnte bei der ein oder anderen Entscheidung weiterhelfen. Ich werde später "Beweisfotos" reinstellen, denn ich habe das Gefühl, mein Bericht klingt unglaubwürdig. Ist aber alles wahr!