Der vorliegende Roman überzeugt, obschon er über weite Strecken sachlich, im Protokollstil geschrieben ist, nicht durch historische Sachkenntnis. Dazu ist er zeitgeschichtlich zu wenig kenntnissreich gehalten. Die Anspielungen auf Zeitgenossen und Zeitgeschichte, wie den Komponisten Schubert, den Wiener Kongress usw. bleiben oberflächlich, ziellos und erschöpfen sich in klischeehaften, allgemeinbekannten, mithin anspruchslosen Anspielungen. Dem Roman gelingt damit allein nicht, den Leser in eine zeittypische Athmosphäre oder Stimmung zu entführen. Dazu ist er zu sachlich, dokumentarisch gefasst. Bleibt der Gag, in der Person des Ich-Erzählers verschiedene Personen erzählen zu lassen. Dies ist wiederum so ausgeführt, dass die Handlungsstränge nur an der Oberfläche verlaufen und jede Tiefe missen lassen. Zu schnell werden Handlungsstränge innerhalb des jeweiligen, meist kurzen Kapitels zu Ende gebracht, Antworten auf Verhaltensauffälligkeiten der wechselnden Ich-Erzähler abschließend bereitgelegt. Es fehlt also die Spannung eines Kriminalromans, die Spannung des zeittypisch Athmosphärischen, jegliche Spannung offengelassener psychologischer Fragen. Die historisierende Sprache wirkt gewollt und allzu konstruiert. Dem Buch fehlt kurzum jeder Reiz und jeder Charme. Als Anreiz, den Roman zu lesen, reicht es allein nicht, daß hier auf ein historisches Geschehen Bezug genommen wird!