Bideshi- Begenungen mit Bangladesch ist eines der wenigen Bücher über dieses Land, die sich nicht mit der Dokumentation von Chaos und Armut oder Zahlenfakten, sondern mit menschlichen Begegnungen auseinandersetzt. Insofern bietet Bideshi- zumal aus der Perspektive von Ausländern, d.h. Deutschen, die dort leben und arbeiten- einen interessanten Blickwinkel, den man gemeinhin nicht erwartet, wenn man sich auf dem Buchmarkt zu Bangladesch umschaut. Bedauerlich ist jedoch, dass in diesem Buch lediglich Menschen betrachtet werden, die entweder von Hunger, Armut und Unterdrückung betroffen sind oder sich (als Ausländer) damit beschäftigen- als NETZ-Mitarbeiter, NGOs, u.s.w. Es wäre interessant, auch Aktivisten auf bangladeschischer Seite darzustellen- z.B. Monira Rahman, Prof. Yunnus und andere- oder auch durchaus die oberen Schichten des Landes kurz zu skizzieren. Dies hätte das Spektrum erweitert und ein breiteres Bild geboten, auch wenn natürlich klar ist, dass NETZ eine Hilfsorganisation ist, die sich mit den Ärmsten der Armen beschäftigt. Dennoch sehr zu empfehlen, da dieses Buch Eindrücke gibt, die aus der vorhandenen Literatur kaum zu entnehmen sind und dem Land ein anderes, menschlicheres Gesicht verleihen.