14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Auf in eine faszinierende Welt!, 11. Januar 2000
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Die Bibliothek von Babel (Taschenbuch)
Diese Ausgabe von den wohl wichtigsten Erzaehlungen Borges ist eine Sammlung unglaublich faszinierender Geschichten. Borges versteht es wie kaum ein anderer der Fiktion eine Realitaetsnaehe zu geben und den Leser auf bestechende Weise in seine Ideenwelt hinein zu ziehen. Hierbei bietet dieses kleine Buechlein eine sehr gute Moeglichkeit in das Werk Borges Einblick nehmen zu koennen, da es nicht nur einige seiner Hauptwerke enthaelt sondern ebenso ein fundiertes Nachwort zum Menschen und Schriftsteller Borges. Gerade die erste Geschichte "Der Unsterbliche" und die titelgebende Erzaehlung "Die Bibliothek von Babel" ziehen den Leser in ihren Bann und tragen ihn weit hinaus ins Imaginaere. Wer diese surrealen Erzaehlungen gelesen hat, der wird sehr schnell auch zum Buch der Traeume und anderen Werken dieses grossen Erzaehler kommen. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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18 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Lesen Sie Borges!, 20. Juli 1999
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Die Bibliothek von Babel (Taschenbuch)
1999 sollte das richtige Jahr sein, um Jorge Luis Borges angemessen zu würdigen und ihn einer erneuten oder ersten Lektüre zu unterziehen, hätte der neben Maradonna wohl berühmteste argentinische Exportschlager am 24. August doch seinen hundertsten Geburtstag feiern können. Borges-Novizen sei zu diesem Zwecke der feiernden und würdigenden Entdeckung das schmale Heft aus Reclams Universal-Bibliothek 'Die Bibliothek von Babel' empfohlen: Auf knapp 80 Seiten (inklusive Nachwort) sind sechs der bekanntesten Erzählungen Borges' aufgeführt. Neben der titelgebenden unverzichtbaren 'Bibliothek von Babel' findet der geneigte Leser die Erzählungen 'Der Unsterbliche', 'Die kreisförmigen Ruinen', 'Die Begegnung', 'Der Süden' sowie 'Tlön, Uqbar, Orbis Tertius',allesamt Repräsentanten einer Prosa, die philosophische Reflexionen, literarische Selbstbezüglichkeit, umfassende Bildung und Elemente des Phantastischen oder gar Absurden spielerisch zu kombinieren weiß. Dem mit Borges bereits Vertrauten dürfte dieses allerdings nicht neu sein; die Texte zählen sicherlich zum engen Privatkanon eines jeden Liebhabers. Der kleinen Reclam-Sammlung kommt demnach die Aufgabe zu, neue Borges-LeserInnen zu gewinnen und somit das literarische Weiterleben eines der größten Autoren des 20. Jahrhunderts zu fördern. Lesen Sie also Borges! Sie werden durch Texte belohnt werden, die dem Leser phantastische Fiktionen und ein von Cervantes bis Kafka alles umspannendes Universum literarischer Gelehrsamkeit eröffnen und Borges als den legitimen Nachfolger Edgar Allan Poes ausweisen. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Faszination., 8. Oktober 2011
Rezension bezieht sich auf: Die Bibliothek von Babel (Taschenbuch)
Ein Wort reicht beinah, um Borges zu beschreiben; es ist eben dieses Wort, dem er sein ganzes Leben quasi gewidmet hat: Faszination. Wer einmal seine Essays liest (
Inquisitionen, dem verspreche ich: Es wird sich ihm eine neue Welt auftun. Borges, der Vielleser par excellence, hat dort seinen ganzen Wissensfundus in anregende und beinah augenzwinkernd schöne Literatur verpackt und schafft es immer wieder, einen über das Unmögliche und Mögliche von Literatur, Mensch und Universum in Staunen zu versetzten.
Seine Erzählungen sind noch mal eine andere Art von Prosa. Zwar ist auch in ihnen die knappe, wohldurchdachte Erzählkunst, gepaart mit einer Art bedächtigem Esprit, zu finden, doch sind Borges Erzählungen ungleich verschlüsselter, und gerade wenn man sie seinen vollendeten Essays gegenüberstellt, wirken sie fast schon etwas fragmentarisch, vor allem in der Wirkung.
Doch darf man das nicht als Tadel verstehen. Denn durch diese ihre Wesensart gewinnen seine Erzählungen eine neue Dimension - und wenn es etwas gibt, was die borgesschen Erzählungen nicht nur lesenswert, sondern einzigartig macht, so ist es diese Dimension. Es ist diese Kunst, uns das Phantastische vorzuführen, das ganz und gar Symbolische und es so gekonnt mit dem Dasein der Literatur und also auch des Lesers zu verbinden, dass man beinahe mit einem aufwallenden Freudenschrei und gleichzeitig mit wachsendem Unbehagen jeden dieser Texte liest.
Was ich persönlich an Borges sehr schätze (und ich glaube, wen er begeistern soll, der müsste vielleicht auch dafür empfänglich sein) ist seine Art das unkonventionell Abstrakte in etwas Faszinierendes und Anregendes zu verwandeln. Immer wenn ich Borges lese, weiß ich, dass ich nicht nur imaginativ, sondern auch mental und intuitiv, ja fast auch physisch, gefordert werde. Borges, könnte man sagen, ist ein allumfassendes Leseerlebnis; und ich, der ich damit vielleicht übertreibe, würde sogar sagen: er ist eine universelle Erfahrung.
Inhalt:
Der Unsterbliche (aus "Das Aleph")
Tlön, Uqbar, Orbis Tertius (aus "Fiktionen)
Die kreisförmigen Ruinen (aus "Fiktionen)
Die Bibliothek von Babel (aus "Fiktionen)
Der Süden (aus "Fiktionen)
Die Begegnung (aus "David Brodies Bericht")
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