Ein brauchbares Lexikon auf der Festplatte des Rechners kann zweckmässig sein, man kann auch dann auf einen Fundus von Informationen zurückgreifen, wenn gerade kein Internet-Anschluss verfügbar ist. Der Brockhaus Multimedial wirbt damit, neben rein lexikalischen Informationen eine Fülle multimedialer Inhalte zur Verfügung zu stellen, die unterhalten sowie Information nachvollziehbar und anschaulich machen.
Wer sich in der aktuellen Version dieses Wissens-Paketes gezielt auf die Suche macht, wird sehr schnell enttäuscht. Die Dürftigkeit der gebotenen Informationen dieses hochpreisigen Lexikons ist nicht selten verblüffend: Sie reicht kaum über eine blasse Wort-Erklärung hinaus. Wer glaubt, er habe es mit dem digitalen Gegenstück zu einer Enzyklopädie in 20 oder mehr Bänden zu tun, hat weit gefehlt: Die Wissensmenge eines vierbändigen Werkes wird wohl nur mit knapper Not erreicht. Das heisst, über '"Hegel'" kann man grob geschätzt ein Zehntel von dem erfahren, was Wikipedia an Infos bietet. Wer dagegen die Definition eines Begriffs wie '"Aufmerksamkeit"' sucht, geht vollständig leer aus. Der klangvolle Name 'Multimedia' findet übrigens auch Anwendung auf die Darstellung einer Landesflagge oder eines schlichten Logos.
Die Benutzeroberfläche als solche ist sperrig, die Funktionen zur individuellen Einstellungen versteckt und eher rudimentär. Es macht keine Freude, einfach mal im Brockhaus Multimedial zu "'surfen"'. Da ist es vergnüglicher, in meinem alten DTV-Brockhaus von 1997 zu schmökern.
Die MacOS-X-Unterstützung ist mangelhaft. Die Brockhaus-Version 2007 verweigert unter dem aktuellen OS-X den Dienst. Der Service seitens Brockhaus behauptet zuerst, das Mac-Betriebssystem werde nicht unterstützt. Konfrontiert mit dem OS-X-Logo auf der Verpackung, korrigiert er sich dahingehend, dass lediglich die zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuelle Version des Betriebssystems unterstützt werde. Freundlich aber bestimmt wird auf die Möglichkeit verwiesen, ein (kostenpflichtiges) Update zu erstehen. Eine Software, die die Nutzung der vorhandenen Daten ermöglichen würde, wird grundsätzlich nicht angeboten. Im Klartext: Das Aufspielen eines neuen Betriebssystems hat mit grösster Wahrscheinlichkeit die Unbrauchbarkeit des Brockhaus Multimedial zur Folge - aber tröstlicher Weise ist früher oder später das nächste Update käuflich zu erwerben. - Wer eine solche Update-Politik bei der kleinen Schar der Mac-Nutzer anwendet, wird sich das ungleich höhere Einkommen, das durch eine Neuauflage des Windows-Betriebssystems entsteht, gewiss nicht entgehen lassen.
Mein Fazit: Wer eine umfangreiche, fundierte und ausführliche Informationen bietende Enzyklopädie sucht, sollte sich anderweitig umsehen.