Trotz Postmoderne, sinkender Zahlen der Kirchenbesuche, großer Kritik gegenüber den höchsten Vertretern der Religionsgemeinschaften und angeblicher Areligiosität der Gesellschaft ist und bleibt ein Buch ein Dauerbrenner in den Verkaufslisten, das eigentlich nach diesen punktuellen gesellschaftlichen Stichproben in den Regalen verstauben sollte - die Bibel.
Ob wir es wollen oder nicht: Dieses Buch hat die Welt verändert, es prägt die Gesellschaft und selbst Atheisten müssen zugeben, dass das kollektive Gedächtnis der Gesellschaft sich wohl nicht so schnell von den Inhalten und Implikationen des "Wälzers" befreien kann und wird.
Aber wie können wir heute, nach über 2000 Jahren, jene Texte verstehen, die dort in einer anderen Gesellschaft, in einer anderen Kultur, in einer anderen Sprache, mit anderen geschichtlichen Hintergründen, etc. niedergeschrieben wurden.
Gerade in der Religionspädagogik, aber auch im Kontext der Literaturtheorie ist diese Frage drängend und nicht zu übergehen. Aber wo beginnen und wo aufhören angesichts so einer komplexen Aufgabe? Müssen Literaturwissenschaftler antworten oder doch eher Semiotiker, vielleicht aber auch die wenig anerkannten Theologen?
Mutig, umfassend, reflektiert und eine umfassende Theorie ausarbeitend stellt sich Mirjam Schambeck jenem Problem und kommt zu einem Ansatz, der integrativer nicht sein könnte. So liefert sie etwas "Wichtiges über das Wichtigste" unter Einbeziehung und Beschreibung der zurückliegenden, wichtigsten bibeldidaktischen Ansätze, ohne den Realitätsbezug durch verifizierende und explizierende Beispiele missen zu lassen.
Kurzum: Nicht nur für Religionspädagogen und Theologen, sondern auch für reflektierende Christen und auch Literaturwissenschaftler ein lesenswertes und nicht zuletzt bedenkenswertes Buch auf dem Weg zu einem Verständnis des vielleicht wichtigsten Buches in der westlichen Welt.