Schweizer Reformierte nahmen Tur Sinais Übersetzung in die HEXAPLA auf, wo er nach Zürcher, Luther, Schlachter, Elberfelder und Menge das letzte Wort hat. Er pflegt viele Ausdrücke so wiederzugeben, wie sie seinen Studien zufolge die ältesten Verfasser gemeint haben müssten.Da liest er z.B.im Deboralied (Ende von Richter 5): "Geschenke", als Übertragung eines mehrdeutigen Ausdrucks,den die meisten Übersetzer ihrem gewohnten Hebräisch entsprechend mit "Mädchen" wiedergeben. Noch anstößiger ist, dass er bei Kains Ermahnung Gott statt "Sünde" : "Weizen" sagen lässt, und GEN 4.6,7 im Kommentar so deutet, als habe Gott sagen wollen:"Kaum bin ich mal nett zu deinem immer benachteiligten nachgeborenen Bruder, lässt du schon den Kopf hängen;dabei brauchst du bloß zu warten, bis er dich um Weizen bittet, den du ihm gewähren oder wegen Getreidemangels versagen kannst!" Es gibt mindestens vier Nachweismöglichkeiten, weshalb Tur Sinais Übersetzuzng korrekter ist als die überlieferte, die Juden und Christen seit jeher so deuten, dass hier Kains Willensfreiheit aufscheinen soll wie die seiner Eltern vor dem Sündenfall, wozu schon im 17. Jahrhundert Baruch Spinoza zum Ärger der Rabbiner sagte: Die Bibel spricht nicht von der Freiheit des Willens oder anderen philosophischen Streitpunkten.
Was meines Erachtens viel zu selten gewürdigt wird, ist, dass Tur Sinai die poetische Gestaltung biblischer Verse durch Rhythmen deutscher Gedichte (vorwiegend Jamben) nachzuvollziehen sich bemüht.