Simon Akstinat verfolgt mit seinem Buch die Absicht, Ungeheuerlichkeiten in Bibel und Koran an den Pranger zu stellen. In Bezug auf Mordaufrufe, Homophobie, restriktiver Sexualmoral etc. haben beide Schriften wirklich viel fragwürdiges zu bieten. Akstinat stößt auf etliches Abstoßendes, das nicht nur Anhänger der wörtlichen Auslegung dieser Schriften in Verlegenheit bringen dürfte.
Allerdings ist das Buch in Bezug auf die Bibel insofern defizitär, als es nicht unterscheidet, ob die angeführten Zitate aus dem Neuen oder dem Alten Testament stammen. Die Betonung des Unterschiedes zwischen beiden und die Betonung, dass das Neue Testament doch recht friedliebend sei, ist nämlich eine recht häufige Reaktion, sobald Kritik an der Bibel geübt wird. Da bei Akstinat ca. 85 Prozent aller schlimmen Bibelzitate aus dem Alten Testament stammen (und das Gros vom Rest aus der Apokalypse, die von Verteidigern des Neuen Testaments gern als eine Art "Ausrutscher" hingestellt wird), könnte man ihm leicht entgegnen, dass der Gott des Alten Testaments ein rächender und strafender Gott gewesen sei, der aber, wie im Neuen Testament mitgeteilt wird, einen "Neuen Bund" mit den Menschen geschlossen habe, wodurch er zu einem liebenden Gott wurde. Außerdem sei das Neue Testament im Zweifel entscheidend, und darin sei Gott doch vergleichsweise nett und die Forderungen an seine Anhänger gar nicht so schlimm.
Faktisch wimmelt es auch im Neuen Testament an allerlei Abstoßendem, was jedoch bei Akstinat kaum zu finden ist (Das Buch von Franz Buggle: "Denn sie wissen nicht, was sie Glauben" hilft hier weiter). Die Chance, eine tiefer gehende Kritik am Neuen Testament zu üben, hat der Autor damit leider verpasst. Insofern ist das Buch allenfalls ein leicht misslungener Anfang der Kritik heiliger Bücher.