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Bibel in gerechter Sprache?: Kritik eines misslungenen Versuchs
 
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Bibel in gerechter Sprache?: Kritik eines misslungenen Versuchs [Broschiert]

Ingolf U. Dalferth , Jens Schröter
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Broschiert: 141 Seiten
  • Verlag: Mohr Siebeck; Auflage: 1 (November 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3161494482
  • ISBN-13: 978-3161494482
  • Größe und/oder Gewicht: 22,2 x 14,4 x 0,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Die Herausgeber des vorliegenden Sammelbandes tragen grundlegende Kritiken zusammen, die an der im Oktober 2006 veröffentlichten "Bibel in gerechter Sprache" aus exegetischer, systematischer und kirchlicher Perspektive vorgebracht wurden. Sie machen deutlich, dass diese Bibelausgabe ein ideologisches Unternehmen darstellt, das die Anliegen der an dem Projekt Beteiligten als Anliegen der biblischen Texte selbst ausgibt. Damit wird das für eine Übersetzung grundlegende Kriterium der Gerechtigkeit gegenüber dem zu übersetzenden Text in massiver Weise verletzt. Zugleich bewegt sich diese Bibelausgabe damit außerhalb der in der historisch-kritischen Bibelwissenschaft geltenden methodischen Voraussetzungen sowie des protestantischen Schriftprinzips, das die Unverfügbarkeit der biblischen Texte betont.

Über den Autor

Ingolf U. Dalferth, Dr. theol., Dr. h.c., Jahrgang 1948, ist Ordinarius für Systematische Theologie, Symbolik und Religionsphilosophie in Zürich und seit 1998 Direktor des Instituts für Hermeneutik und Religionsphilosophie. Er ist Mitglied der Theologischen Kammer der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Präsident der Deutschen Gesellschaft für Religionsphilosophie und der Europäischen Gesellschaft für Religionsphilosophie sowie Hauptherausgeber der"Theologischen Literaturzeitung"(Leipzig), der"Hermeneutischen Untersuchungen zur Theologie"(Tübingen) und von"Religion in Philosophy and Theology"(Tübingen). 2005 erhielt er die Ehrendoktorwürde der Theologischen Fakultät Uppsala.Jens Schröter, Dr. theol., Jahrgang 1961, ist Professor für Exegese und Theologie des Neuen Testaments an der Universität Leipzig. Seine Forschungsschwerpunkte sind die kanonische und außerkanonische Jesusüberlieferung, die Geschichte des frühen Christentums und die Theologie des Neuen Testaments.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
20 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Leseratte
Format:Broschiert
... so befassen sich führende Experten der biblischen Textforschung und Theologie mit dem Versuch einer "Bibel in gerechter Sprache".

Dass es sich um einen nach den Regeln jeder korrekten Übersetzung nicht haltbaren Umgang mit den hebräischen, aramäischen und altgriechischen Texten der Bibel handelt, wird auch dem theologischen Laien schnell deutlich. Im Ergebnis kann jeder Interessierte nachvollziehen, warum der kritisierte Übersetzungsversuch dem Text der Bibel nicht entspricht und von ideologischen Vorgaben gesteuert ist: eine interessengeleitete Nacherzählung eher, als eine Übersetzung.

Gelegentliche in hebräischer oder griechischer Schrift und Sprache gedruckte Zitate des Originaltextes sind zjm Verständnis nicht notwendig, hätten aber für Laien transkribiert und übersetzt werden sollen.

Ein gelungener Beitrag zur Diskussion über die political correctness, die in der evangelischen Kirche mit einigen Jahren Verzögerung noch so vehement herrscht, wie in der außerkirchlichen Gesellschaft der 90er Jahre. Und zugleich ein aufklärerisches Buch über gradezu jakobinischen "Neu Sprech" im beginnenden 21. Jahrhundert. Wer sich bei den Sprachverrenkungen der "Bibel in gerechter Sprache", wie das vorliegende Buch sie präzise beschreibt, and eiten der Sprachregelungen in der jüngeren deutschen Geschichte erinnert fühlt, gar an Victor Klemperers klassisches Werkt "LTI - Lingua tertii imperii" oder die eigene Biografie in der DDR erinnert wird, hat die Gefahren solcher Sprachbemächtigung verstanden. Das vorliegende Buch liefert das notwendige Werkzeug zur nüchternen Analyse.
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8 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Broschiert|Von Amazon bestätigter Kauf
Es waren ungewohnt deutliche Worte, mit denen die Süddeutsche Zeitung in ihrer Weihnachtsausgabe 2006 der sogenannten "Bibel in gerechter Sprache" mit Blick auf den Luthertext einen traurigen "Rückschritt für unsere Kultur" bescheinigte und befand, es sei jedem zu gönnen, von der "Bibel in gerechter Sprache" verschont zu werden.
In der Tat handelt es sich bei der "Bibel in gerechter Sprache" um ein "Übersetzungswerk", das wie ein freier Nacherzählungsversuch von Schülern anmutet, die noch niemals in ihrem Leben ein alt- oder neutestamentliches Proseminar besucht haben. Denn hierbei wurden sämtliche wissenschaftlichen Standards der historisch-kritischen Forschung außer Acht gelassen zugunsten einer von außen in die biblischen Texte hineingelesenen Ideologie, die die Texte von Haus aus gar nicht enthalten. Daß die Übersetzer (und vor allem Übersetzerinnen) der "Bibel in gerechter Sprache" ohne jegliche Skrupel ihr feministisches Vorverständnis in die Texte eintrugen und dabei selbst vor mannigfachen Textverfälschungen nicht zurückschreckten, ist auf jeder Seite dieser skurrilen "Übersetzung" nachzulesen. Daß die biblischen Texte hierbei nicht angemessen übersetzt, sondern vielfach geradezu neu geschrieben wurden, wird freilich nur derjenige feststellen können, der der hebräischen und griechischen Sprache der biblischen Grundtexte mächtig ist.

Hier leistet nun das vorliegende Buch wichtige Aufklärungsarbeit: Von sieben Autoren wird die "Bibel in gerechter Sprache" aus jeweils unterschiedlichen Blickwinkeln unter die Lupe genommen. Auf diese Weise wird mit zahlreichen Beispielen herausgearbeitet, daß die "Bibel in gerechter Sprache" philologisch, theologisch und historisch unbrauchbar ist. Daß die "Bibel in gerechter Sprache" darüber hinaus auch noch das Judentum und den christlich-jüdischen Dialog für ihre ideologischen Zwecke vereinnahmt, wird ebenfalls an vielen Stellen deutlich.
"Die Bibel in gerechter Sprache" ist - wie die Autorin Melanie Köhlmoos treffend formuliert - eine "Sonderbibel für eine Sondergemeinschaft"; noch treffender wäre freilich der Ausdruck "Sektenbibel" - denn im Vergleich mit dieser radikalen Neufassung der biblischen Texte ist ja selbst die "Neue-Welt-Übersetzung" der Zeugen Jehovas noch als philologisch seriös einzustufen!
Im Anschluß der vorliegenden Aufsatzsammlung findet sich ein kritischer Kommentar des Kirchenamtspräsidenten der EKD, Hermann Barth, und des damaligen stellvertretenden EKD-Ratsvorsitzenden und Thüringer Landesbischofs Christoph Kähler. Auch darin wird noch einmal unterstrichen, daß die "Bibel in gerechter Sprache" allem möglichen gerecht zu werden sucht - nur nicht dem biblischen Text! Die ebenfalls kritische Stellungnahme des Rates der EKD von 2007, ein Nachweis über die Erstveröffentlichungen der publizierten Beiträge und ein Bibelstellenregister runden den überaus informativen Band ab.
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13 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Broschiert
"Bibel in gerechter Sprache" (BigS). So heißt das hier von den Autoren kritisierte Werk. Schon der Titel legt nahe, dass die Christenheit sich 2000 Jahre lang mit ungerechten Bibeln beschäftigen musste. Wie der Heilige Geist das nur all die Jahre durchgehen lassen konnte, bleibt wohl eines der unergründlichen Geheimnisse Gottes.
Ähnliche Erklärungsprobleme haben wahrscheinlich auch die Sekten, wenn sie erklären müssen, warum Jesus 1984 in einem Maisfeld in Ohio erschienen sein soll, um dort ganz neue Lehren zu verkünden.
Die BigS geht davon aus, dass Gerechtigkeit das zentrale Thema der Bibel ist. Das stimmt auch. Allerdings im Zusammenhang mit "Wie wird der Mensch gerecht vor Gott?". Diese vertikale Gerechtigkeitsproblematik wird in der BigS aber in horizontale Gerechtigkeit umgedeutet. Also "Wie wird der Mensch gerecht vor Frauen, Andersgläubigen, Armen ... äh, sozial Benachteiligten und nicht ausgelasteten Theologen?"

Neben allgemeiner Kritik an der BigS liefert dieses Buch auch noch einige interessante Hintergrundinformationen. Z.B. zu Übersetzungs-, Exegese- und Hermeneutikproblemen in der BigS.
So werden z.B. durch die ständige Einfügungen von Frauen und Feminina in den Text die Stellen entwertet, in denen Frauen gerade positiv hervorgehoben werden (wie etwa in der Ostergeschichte).
Auch ist es seit Martin Luther gute Tradition bei Bibelübersetzungen immer auch die Meinung gelehrter Juden einzuholen, weil sie ja an den hebräischen Texten "näher dran" sind. Hier saß im Beirat Micha Brumlik. Der Mann ist Pädagoge! Dass sich gar kein Judaistik-Professor oder Rabbiner gefunden hat, lässt tief blicken! Oder sollte es den Übersetzer(inne)n nicht gelungen sein, adäquate Gesprächpartner zu finden? Dann wäre der viel bemühte christlich-jüdische Dialog wohl eher ein Monolog gewesen...

Bedenklich ist es zudem, wenn Bibelstellen die schwierig oder unklar sind, so übersetzt werden, als gäbe es dazu nur eine einzige Interpretation: Die des BigS-Übersetzers. Das ist "gerechte Theologie ex cathedra".

Nun noch kurz eine Kritik an den Kritikern.
Eine adäquate Antwort auf die BigS liefert eigentlich nur Thomas Söding. Der holt nämlich gleich den groben Keil raus. Die übrigen sind m.E. etwas zu akademisch.
Zwar erhebt die BigS den Anspruch, wissenschaftlich zu sein. Aber was besagt das schon? Johannes Keppler war auch der Ansicht, dass Astrologie und Alchemie Wissenschaften seinen. Richtig war es deshalb noch lange nicht...
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