Huhhh, die Gänsehaut ist kaum abgeebbt, da will ich versuchen ein paar klare Gedanken zu fassen. "Die Bibel - Eine Gesprochene Symphonie" habe ich mir nun erst zwei Mal angehört, und ich bin mir sicher, das wird ein neues Fläschchen "Ohrenmedizin" für besondere Anlässe. In meinem Audio-Erlebnis-Regal kommt es zwischen "Ben Becker spricht: Fieber, Tagebuch eines Aussätzigen" (Kinski)" und dem unerreichten Oskar Werner, neben dem mein Hocherehrter Herr Brandauer mit seinen Mozartbriefen stehen darf.
Ben Beckers sonore Stimme hat mich - ich gestehe! - eingelullt, doch ich war seit jeher fasziniert von diesem Menschen - als Gesamtbild. Nicht von dem unsäglichen "Rilke-Projekt" und bei " Und Lautlos Fliegt Der Kopf Weg" musste ich auch passen. Nun geht Ben Becker immer öfter Wege, nebst seiner Schauspielerei, auf denen ich ihm als "Fan" gerne und mutig folge. Sein "Bibel" Projekt nannte er einen großen Traum, den er sich - nach dem Zusammenbruch - nun erfüllt hat. Meine Erwartungen waren hoch angesetzt. Doch trotz teils herber Kritiken in der Presse, ich halte das für eines seiner bisher gelungensten Projekte!
Seien wir doch ehrlich: Nur so zur Unterhaltung würde sich sonst sicher kaum jemand das Alte Testament "reinziehen". Ich hab mich schließlich gewundert, wie viel davon mir gar nicht mehr bekannt war.
Becker liest das Alte (CD1) und Neue (D2) Testament, dass es an Dramatik, Spannung und Pathos! nicht zu überbieten ist. Die Inszenierung wird untermalt von dustren Orchesterklängen, die wohldosiert ein gigantisch anmutendes Szenario schaffen. An keiner Stelle wirkt dieses Audio-Erlebis auf mich übertrieben, oder übergestaltet, doch man mag mich auch befangen schimpfen.
Aber - aufgepasst: Das war aber noch nicht alles! Die ausgesuchten Textpassagen werden hie und da aufgelockert durch neue Interpretationen bekannter Hits die man Elvis, Cash oder Simon&Garfunkel zuschreibt, und schließlich auch einem Gospel-Song. Das macht die schwere Kost tatsächlich einen Tick erträglicher, denn diese "Superhits" passen sich schonend in das Wortspektakel der Testament-Texte ein und wirken auflockernd, was vermutlich auch die Intention der Sache ist. ;-)
Erstaunlich zwar, dass Elvis' "In The Ghetto" zu der Geschichte von Kain und Abel folgt, und wenn ich Beckers "Hurt"-Interpretation höre, denke ich unweigerlich an die brüchige Stimme von Johnny Cash, empfinde dies aber zumindest nicht als Sakrileg. Nur bei "Bridge Over Troubled Water", also das ist so eine Sache, das klingt doch tatsächlich so, als ob das nicht vonSimon & Garfunkel wäre, sondern von Tom Waits!
Die Bibel-Eine Gesprochene Symphonie" ist kein Hörbuch für alle möglichen Anlässe, für mich eine Art Entspannungstherapie.
Es gibt vom Verlag übrigens zwei Ausgaben dieser Doppel-CD! Zum einen eine praktikable Digi-Box und eine hochwertige " Revolutionbox".
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Hörbuch- /Hörspielbewertung:
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Inhalt: ***** | Sprecher: ***** | Hardware: *** | Preis/ Leistung: ****
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auf meiner persönlichen Horchlatte: *****
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Apiculas Horchlatte: * - unerhört, ** - überhörbar, *** - eintönig, **** - hörenswert, ***** - hörrlich!