Zugegeben, es haben sich nun ja schon mehrere Verlage an dieser Sportart versucht. Selbst der Weltverband IBU hat einst einmal ein Porträt seiner Disziplin herausgebracht. Doch niemals kamen Fans so umfassend auf ihre Kosten wie bei diesem neuesten Anlauf. Das Buch ist eine geballte Mischung aus Information und Unterhaltung und in Aufbau und vor allem Aufmachung so ganz anders als die gewohnten Werkstatt-Beiträge. Bilder und Dokumente aus allen Epochen kannte man schon, aber auch noch in Farbe - das ist neu. Wie das gesamte Buch durch die peppige Gestaltung überhaupt sehr frisch und modern rüberkommt.
Der Text fügt sich nahtlos in dieses Bild ein. Munter werden alle Epochen der Biathlongeschichte durchleuchtet. Eigentlich sogar mehr als das - denn vor den fünfziger Jahren war Biathlon ja noch gar nicht Biathlon. Es gab skilaufende Jäger, hinter denen die Athleten selbst heute am liebsten ihre Vorläufer sähen. Es gab Soldaten, die auf Skiern ihre Treffsicherheit probten. Und dann gab es die modernen Fünfkämpfer, ohne deren Unterstützung Biathlon vermutlich heute gar nicht existieren würde. Zu guter Letzt schließlich die IBU, die dafür sorgte, dass aus dem einstigen Sorgenkind Ski und Schießen die Boomdisziplin werden konnte. Wie sie das tat, auch darüber gibt das Buch umfassend Aufschluss.
Die relativ ausführliche Beleuchtung von Anlagen und Material mag für Fans vielleicht nicht das große Kaufargument sein. Doch auch hier erfährt man reichlich Neues. oder hätten Sie gewußt, dass Biathleten zeitweise auf Tiersilhouetten und sogar auf Luftballons geschossen haben?
Natürlich finden auch jede Menge Helden von einst und vor allem von heute ihre Beachtung. Fritz Fischer oder Frank Ullrich, Peter Angerer oder Frank-Peter Roetsch. Magdalena Forsberg, die Poirées, Uschi Disl oder auch Vorwortschreiber Ricco Gross werden präsentiert.
Das Athletenlexikon und die ausführliche Statistik sind bei Werkstatt ja schon längst positiver Standard.