Dieser Espressokocher ist - für mich - morgens das Nec plus ultra: Wasser einfüllen, Kaffeebehälter einsetzen, vier bis fünf Messlöffel Kaffeepulver einfüllen, zuschrauben, auf die Herdplatte setzen, ein paar Minuten auf das Röcheln warten, den Espresso in einen Bol mit reichlich Zucker gießen, den Rest mit Vollmilch auffüllen - der Tag kann kommen...
Handhabung
Da kann man fast nichts falsch machen: Wasser + Kaffeepulver + Herdplatte = wunderbarer Espresso (prinzipbedingt allerdings ohne Crema). Für die passende Pulvermenge bekommt man schnell ein Gefühl. Wasser sollte nur bis zur Ventilhöhe eingefüllt werden.
Pflege
Dieser Espressokocher lässt sich (fast) komplett zerlegen und (im Gegensatz zu den Alu-Versionen) auch in der Spülmaschine reinigen. Das sollte denn auch regelmäßig passieren, denn die Kaffeeablagerungen können mit der Zeit einen bitteren Nachgeschmack hinterlassen. Mit der Hand ist das Reinigen des Aufsatzes etwas schwierig, weil prinzipbedingt in der Mitte ein Rohr die Arbeit erschwert. Innen verkraftet der Kocher sicher auch Stahlwolle, außen mag er definitiv lieber mit einem Tuch gepflegt werden. Da ich ziemlich faul bin, entscheide ich mich aber in der Regel für die Maschine; und weder Metall noch Kunststoffgriffe haben es mir nach 2 Jahren verübelt. Nachdem der Espresso durchgelaufen ist, schreck ich den Kocher kurz mit kaltem Wasser ab (außen und im oberen Teil).
Die Gummidichtung altert naturgemäß und muss dann und wann ausgetauscht werden. Die gibt es in jedem halbwegs vernünftig sortierten Haushaltswarengeschäft/Kaufhaus zu kaufen. Beim Kauf unbedingt die Tassenmenge des Kochers im Kopf haben, sonst ist ein Fehlkauf quasi vorprogrammiert. (Anmerkung am Rande: in den etwas mehr als 2 Jahren täglicher Nutzung habe ich die Dichtung noch nicht austauschen müssen; das war bei den Alu-Versionen anders.)
Caveats
Was Espressokocher dieser Bauart gar nicht mögen, ist zu lange auf der heißen Herdplatte zu verweilen: Ist der Espresso durchgelaufen (sprich: kein Wasser mehr im unteren Teil), wird es allerhöchste Zeit, sie von der Platte zu nehmen. Sonst brennt sich der Rest des unvermeidlichen Wasser-Kaffee-Gemischs ein und der Kaffee hat für die nächsten Tage einen sehr unangenehmen Geschmack. Im schlimmsten Fall überträgt sich der Geschmack auf die Gummidichtung, die dann nicht mehr zu gebrauchen ist.
Das Gerät wird heiß. Also nicht gleich wieder aufschrauben, wenn der Espresso durchgelaufen ist. Das gibt Brandblasen. (Ist nur logisch, wer würde denn einen Topf anfassen, der eben noch auf der heißen Platte stand? Ist aber einem Freund nach zugegeben langer Nacht passiert...)
Zu guter letzt: der Geschmack des Espressos. Der hängt natürlich vom Wasser, von der Hitze und nicht zuletzt vom verwendeten Kaffeepulver ab. Das Wasser kann gar nicht weich genug sein. Je schneller es durchläuft, desto besser. Beim Kaffeepulver entscheiden natürlich die Vorlieben (ich bevorzuge Lavazzas Crema e gusto). Auch wenn der Espresso nicht mit dem des Barristas des Vertrauens mithalten kann, ziehe ich ihn jeder anderen Zuhause-Methode vor; ausgenommen vielleicht den 500¤+-Maschinen - aber die sind mir zu wartungsintensiv und morgens zu laut. Und morgens ist kaum etwas schlimmer, als halbwach feststellen zu müssen, dass die Maschine sich weigert, den heißersehnten Kaffee aufzubrühen...