Habe das Gerät seit heute und gleich ordentlich getestet. Ich kann also wenig zur Dauernutzbarkeit sagen. Trotzdem sind mir gleich am Anfang ein paar Dinge aufgefallen:
PLUS
- Das Problem mit dem langen Drücken zum Einschalten aus einer der Vorrezension ist behoben. Ein kurzer Knopfdruck und die Maschine beginnt zu "Arbeiten"
- Der Unterboden wird nicht warm, man kann also die Bialetti direkt nach dem Kochen auf den Tisch stellen
- Nachdem keine unnötige Energie verschwendet wird, sollte man hier auch noch Geld sparen.
- Der Griff (hier mehrmals bemängelt) ist vollkommen in Ordnung. Keine Brenngefahr. Dass es nicht der Griff einer Motorsäge ist, kann man sich ja vorstellen. Aber er tut seinen Zweck
Neutral
- Als ich die "Maschine" ausgepackt hatte, bin ich erstmal erschrocken und dachte, ich hätte fälschlicherweise eine zu große Bialetti bestellt. Das Ding ist ziemlich groß, aber das ist nur der in der Bialetti integrierte Kocher, also soweit in Ordnung.
- Das Piepsen, wenn der Kaffee fertig ist erinnert mehr an einen zweiten Weckvorgang am Morgen. Wenn man gerade z.B. im Bad ist und nicht ausschalten kann, erbarmt sich die Maschine nach ca. 1 Minute und hört auf zu Piepsen.
- Hier ist immer die Rede von schnellem Kochen. Das kann ich nicht ganz verstehen. Auf der Verpackung steht 5-6 Minuten, und das scheint mir rein subjektiv auch zu stimmen. Vorher sowohl auf dem Gasherd als auch auf dem Ceranfeld habe ich gefühlt nicht länger dafür gebraucht.
NEGATIV
- Der Unterbau wirkt sehr billig und ist sehr leicht. Es gibt zwar vier Rutschstopper, die sind aber sehr klein, teilweise soweit im Material versenkt, dass der Unterbau auf bloßem Plastik steht und gerne mal rutscht. Bei mir fehlt sogar einer der Gummistopper. Schade, 2Ct. mehr Material investieren und einen besseren Eindruck hinterlassen.
- Die Maschine hat zwar einen funktionierenden Einschalter, aber man muss sie trotzdem jedesmal Ein- und Ausstecken. Wenn man sie einsteckt, piept es einmal und eine Lampe brennt ständig. Schade, denn auf Rumstecken habe ich bei dem Preis eigentlich keine Lust.
- Habe bisher zwei Espressi gekocht und beidemale ist der Espresso beim Einschenken in die Tasse auf den Tisch getropft. Das kenne ich bisher bei Bialetti nicht, sondern eher bei billigen Nachahmern. Zu dem Preis ein NOGO, wenn ich jedesmal nachwischen muss.
- Das altbekannte Problem bei Bialetti ist die Fertigung aus Aluminium. Okay, das steht in der Beschreibung und man weiß es vorher. Trotzdem sollte man bei diesem Preis ein Gerät erwarten können, das man (zumindest das verschmutzte Oberteil) in die Spülmaschine stecken kann. Wer die Bialetti häufig nutzt, der wird schnell feststellen, dass sich innen fiese Flecken bilden, die man mühsam von Hand entfernen muss. FIES...
Kann ich eine Kaufempfehlung abgeben? Ja mit einem ABER, nein mit einem WENN! Jeder muss selbst entscheiden, ob er einen Premiumpreis für ein mittelmäßig gut gefertigtes Produkt zahlen möchte. Für mich hat es sich schon gelohnt, weil ich nicht jedesmal die Herdplatte anheizen muss.
Trotzdem den Kultstatus kann Bialetti mit solchen Schludereien nicht ewig halten. Schade, denn der Kaffe/Espresso ist wie stets hervorragend!