Die Bhagavadgita ist eine der zentralen Schriften des Hinduismus. Sie besteht aus drei Teilen von je 6 Kapiteln.
1. Teil: Erkennen des wahren inneren Selbst und selbstloses Handeln.
2. Teil: Das wahre Wesen Gottes.
3. Teil: Hier und jetzt Befreiung erlangen.
Die Bhagavadgita schlägt nicht vor, sich aus der Welt zurückzuziehen, um in einer entlegenen Höhle zu meditieren. Sie ist vielmehr eine Ratgeberin, mit deren Hilfe man hier und jetzt ein spirituelles Leben führen und dabei zugleich ganz aktiv in der Welt verbleiben kann. Beim Lesen pendelt man hin und her zwischen dem Weltlichen und dem Spirituellen, um dabei eine Brücke zu schlagen zwischen dem Erlangen von Erkenntnissen und deren Anwendung in der heutigen Welt.
Die ganze Schrift ist ein Dialog zwischen Krishna (Avatar, Gott) und seinem Freund Arjuna, einem Prinzen, der in den Krieg ziehen soll, aber mutlos ist. Krishna probiert, Arjuna zu überzeugen, dass er kämpfen muss, wobei der Leser bald merkt, dass der Krieg metaphorisch zu verstehen ist: als eine innere Schlacht mit den eigenen inneren "Dämonen". Wir erfahren, dass unsere wirklichen Feinde nicht draussen, sondern in unserem Inneren sind: unser Verlangen, unser Zorn und alle unsere Begierden; sie gilt es zu bekämpfen.
Diese Version der Bhagavadgita ist sehr angenehm zu lesen, da sie in Prosa verfasst und somit für westliche Leser leichter verständlich ist; die Sprache ist aber trotzdem poetisch geblieben.