Was gefällt mir besonders an dieser Ausgabe: Die Möglichkeit des eigenen Erfahrens. Was heißt: hier wird nicht nur irgend eine stark subjektiv angehauchte Übersetzung angeboten, sondern man findet sowohl Originaltext, Wortbedeutungen, Übersetzung und ausführlichen Kommentar zu jedem einzelnen Vers.
So kann man ggfs. das Sanskrit laut rezitieren und sich damit einigermaßen auf die Bedeutung hinter den Worten einstimmen. Sowas hätte ich für die Bibel auch gerne.
Selbstverständlich vertritt der Autor eine Meisterlinie, wie das in Indien gewöhnlich üblich ist. Dementsprechend ist seine Interpretation und Anweisung vielleicht auch für das kritische westliche Hirn zu streng. Ein wenig wie wir das von unseren eigenen Überzeugungen kennen: gerne mögen wir dann andere überzeugen, dies sei die einzige mögliche Wahrheit.
Das lese ich ein wenig zwischen den Zeilen, muß aber deswegen das Werk nicht gleich abwerten.
Für mein Empfinden der aufrichtige Versuch eines durchaus entwickelten Menschen, seinen Weg der Gotteserfahrung und die heilige Schrift seiner Tradition anderen Suchenden nahezubringen.
Und gelungen :-)
Man findet in der Mitte auch noch sehr schöne bunte indische Kunstdrucke, was sicher nur etwas für jemand mit Bezug zu dieser Kultur ist. Ich finde die so richtig schön (bunt und üppig, einen Rest dieser Ausdrucksweise findet man in klassischen Gemälden). Ein Ausdruck der Fülle des Göttlichen, die sich ständig aufs Neue manifestiert.
Übrigens ist es das selbe Buch, welches von den ISCON-Anhängern gerne auf der Straße verteilt wird. Nur keine Angst, vom Lesen wird man sicher nicht gleich in eine Gruppierung gebeamt ;-) Man darf freilich weiter seinen eigenen Lebensweg gehen und auch das Gehirn benutzen.
Krishna hat in Indien viele Anhänger, und ISCON brachte diesen Weg in den Westen. Von daher haben wir aus der einzigen Erfahrung damit ev. auch schnell ein Vorurteil. Wobei ich den Mut, sich völlig hinzugeben, irgendwo schon bewundere.
Die Bhagavad Gita ist in Indien ein als Authorität anerkanntes heiliges Buch, kann man schon irgendwo mit der Bibel vergleichen. Wikipedia hat da in der Sektion Hinduismus einiges an Details zu bieten (noch ausführlicher auf Englisch).
Mir hat das Buch einige Aspekte der indischen Kultur und des hinduistischen Glaubens nahe gebracht. Und, kein Wunder bei solchen Werken, viele Parallelen auch zur Bibel und meinen eigenen Erfahrungen aufgezeigt. Also ein Werk, welches ich, ja, mit Freude und Inspiration genossen habe. Und jedem empfehlen kann, der vielleicht ein wenig in der Sackgasse steckt mit seinem Glauben bzw. Lebensweg. Neue (oder gern verdrängte) Aspekte des eigenen Seins mögen sich eröffnen - wenn das nichts ist...
Wir sind doch alle nur auf einer großen Reise und dürfen dabei auch Freude erfahren :-)
Viele Freude und Inspiration mit diesem Werk!