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Bhagavad Gita: Der Gesang des Erhabenen [Gebundene Ausgabe]

Michael von Brück
4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
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  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Kurzbeschreibung

30. September 2007
Die Bhagavad Gita (Der Gesang des Erhabenen), das bedeutendste religionsphilosophische Gedicht des Hinduismus, ist Teil des umfangreichen Sanskritepos Mahabharata (entstanden zwischen dem 4. Jh. v. Chr. und dem 4. Jh. n. Chr.). Gott Vishnu steht in menschlicher Gestalt als Wagenlenker Krishna dem Helden Arjuna vor der furchtbarsten Schlacht der indischen Mythologie zur Seite. Arjuna zweifelt in einem Pflichtenkonflikt: Seiner Aufgabe als adeliger Krieger (Kshatriya) gemäß soll er einen »gerechten Krieg« führen, um Recht und Ordnung in der Gesellschaft wiederherzustellen; auf der Gegenseite sind aber zahlreiche Verwandte und Lehrer angetreten, die er zu schützen hat. Krishna zeigt ihm, daß der Rückzug aus der Welt keine reife spirituelle Lösung ist, und belehrt ihn über die Ordnungen der Welt, des Geistes und das menschliche Leben. Das Handeln ohne ich-hafte Absichten und die vollkommene Hingabe an Gott führen auf der Basis von Erkenntnis zur Befreiung aus dem Leiden. Unter dem Begriff ›Yoga‹ wird auf vielfältige Weise sichtbar gemacht, worauf es bei einem spirituell verantworteten Leben ankommt, das sich nicht aus den Konfl ikten der Welt verabschiedet. Der Mensch im Widerspruch zu sich selbst, zur Gesellschaft, zu der Weltordnung überhaupt, das ist die Situation, in der die Gita , zunächst von ganz weltlichen Erwägungen ausgehend, den Blick auf metaphysische Zusammenhänge richtet und dabei immer wieder zurückkommt auf die Frage nach dem rechten Handeln im alltäglichen Leben. In der Bewältigung einer existentiellen Erfahrung und in der Verbindung von Tradition und Modernität liegt der Hauptgrund für den unvergleichlichen und anhaltenden Erfolg der Bhagavad Gita , in der sich bereits der Einfl uß des Buddhismus zeigt (»Man muß sich selbst durch das Selbst emporheben …Wer sich selbst durch das Selbst überwunden hat, ist zu seinem eigenen Freund geworden«).

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 457 Seiten
  • Verlag: Verlag der Weltreligionen im Insel Verlag; Auflage: 2 (30. September 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3458700021
  • ISBN-13: 978-3458700029
  • Größe und/oder Gewicht: 18 x 11,6 x 2,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 191.392 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Eine gut abgehangene Gita-Übersetzung Michael von Brücks, die er nach fünfzehn Jahren christlich-fernöstlichen Dialogs noch einmal überarbeitet und vollständig neu kommentiert hat, bildet die wirkliche Überraschung im neuen Verlagsprogramm. Der Kommentar ist ein Buch im Buch. (...) Fürwahr, ein guter Anfang, der für den Verlag der Weltreligionen Maßstäbe setzt.« (Otto Kallscheuer Die Zeit )

»Man muß sich nur einmal die gerade erschienene Ausgabe der Bhagavad Gita, des Gesangs des Erhabenen ansehen, um sich darüber klar zu werden, worin die Leistung des Verlages besteht. Der 124 Seiten umfassenden Neuübersetzung durch Michael von Brück folgen mehr als 300 Seiten Kommentar, die den historischen Kontext, die Entstehung, die Text-, die Rezeptionsgeschichte und Erläuterungen einzelner Stellen umfassen. Detaillierter wird man nirgends sonst über einen der zentralen religiösen Texte der Weltliteratur aufgeklärt.« (Arno Widmann Frankfurter Rundschau )

Über den Autor

Prof. Dr. Michael von Brück, geb. 1949, seit 1991 Professor für Religionswissenschaft und Leiter des interfakultären Studiengangs Religionswissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität München, Dozentur und Studium in Indien, Mitglied mehrerer wissenschaftlicher Gremien weltweit. Forschungsschwerpunkte und Publikationen: Hinduismus, Buddhismus, interreligiöser Dialog.

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20 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ohne Kommentar von Bede Griffiths 24. Dezember 2009
Von Welle
Die Ausgabe der Bagavad Gita im Verlag der Weltreligionen ist nicht einfach eine Neuherausgabe der Gita von Brück mit dem Kommentar von Bede Griffiths.
Diesen Eindruck erwecken zwar die gemeinsamen Rezensionen hier auf amazon, doch dieser Eindruck ist falsch.
In der aktuellen Ausgabe wird zwar sehr sorgfältig und in gewohnt gelehrter Weise die Bhagavad Gita kommentiert, aber nicht spirituell sondern eher historisch-kritisch. Das ist gewiss interessant zu lesen und sehr lohnenswert, wenn man die ursprünglichen Konzepte des Werkes verstehen möchte, doch ist es eben nicht der Brückenschlag zwischen Ost und West, den die frühere Ausgabe geschlagen hat.
Man muss also entscheiden, ob man den (durch von Brück auch in der aktuellen Ausgabe gelobten) Kommentar von christlicher Seite möchte, oder tief in das vom Autor dargestellte hinduistische Verstehen eindringen will. Ich denke, beide Zugänge sind lohnenswert aber sicher nicht miteinander zu verwechseln.
Gebrauch ist auch die erste Ausgabe da und dort noch für etwa 30 Euro zu finden. Die Suchmaschine eurobuch kann da helfen.
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Bhagavad Gita: Wie bewältigt man dieses Werk? 12. November 2011
Wer hat diese Bemerkung nicht auch schon mal gehört: Patanjalis Yogasutra sei ja ganz nett, aber die Gita ' eine ganz andere Dimension! Dazu dieses gewisse Lächeln. Ob das stimmt, sollte man unbedingt für sich überprüfen. Allerdings geht nicht wenigen bei der Lektüre des religionsphilosophischen Lehrgedichts die Luft aus. Wir verraten, wie man sich den alten Stoff erschließt.

Es geht zwar nicht um Körperübungen (Asanas) in der Bhagavad Gita; für das tiefere Verständnis der Yogaphilosophie und der indischen Kultur aber gehört sie sicher zum Literaturkanon. Die 700 Verse enthalten das, was Hindus unter Yoga verstehen. Und sie genießen das Ansehen eines weltliterarischen Monuments. Mahatma Ghandi hat sie sich regelmäßig vorlesen lassen, als er das Bett hüten musste. Und der deutsche Gelehrte Wilhelm von Humbold bezeichnete den Text schon 1825 als 'das schönste, ja vielleicht das einzige wahrhaft philosophische Gedicht, das alle uns bekannten Literaturen aufzuweisen haben.' Die Bhagavad Gita ist widersprüchlich, umstritten, für die einen nicht mehr zeitgemäß, andere dagegen ehren sie bis heute als Offenbarung. Zum Beispiel die Gita Society, auf deren Website man sich die Verse gratis anhören kann. Es gibt viele Bhagavad Gita-Ausgaben von Yogameistern mit '-ananda' am Namensende, also Angehörigen eines religiösen Ordens oder Ashrams, die versuchen, der Bhagavad Gita eine eindeutige ' ihre ' Aussage zu verleihen. Doch der Wunsch nach Eindeutigkeit führt hier in die Irre. Es gehört nun mal zu ihrem Charakter, dass sie verschiedene philosophische Traditionen anklingen lässt. Daher rührt auch die Theorie, die Bhagavad Gita sei ähnlich wie die Bibel das Produkt mehrerer Autoren. Auch das Publikum ihrer Verehrer ist bunt: Das Spektrum reicht von Symbolfiguren für Gewaltfreiheit wie Mahatma Ghandi bis zu einem Nazi wie SS-Reichsführer Heinrich Himmler, der dieses Buch ständig bei sich trug. Er griff sogar in seinen Reden Gedanken daraus auf.

Die Bhagavad Gita erzählt eine Geschichte, die im Krieg stattfindet. Ihre Hauptfigur ist ein Krieger. Der Held Arjuna kommen vor der Schlacht Zweifel am Töten ' aber nach der Unterweisung in Yoga stürzt er sich mit unbezwingbarer Wucht in den Kampf. Das widerspricht der weitverbreiteten Vorstellung, Yoga habe grundsätzlich etwas mit Friedfertigkeit und Gewaltverzicht zu tun. Es bleibt dem Leser wie dem Yogi nicht erspart, Widersprüche auszuhalten. Die Bhagavad Gita bietet hierfür ein perfektes Denk-Asana.

Der Urtext ist Bestandteil des 100.000 Verse umfassenden Epos Mahabharata von Vyasa. Das erzählt den Kampf zwischen zwei verfeindeten Dynastien. Die Bhagavad Gita bildet Kapitel 25 bis 42 im sechsten Buch des Epos und schildert den Moment vor der großen Schlacht, als Arjuna auf das Feld zwischen den verfeindeten Kriegerreihen fährt und ins Grübeln gerät. Bei den Gegnern kämpfen viele Verwandte, Freunde und ehemalige Lehrer mit, die er im Kampf töten müsste. Ihn befallen Zweifel, die für seinen Wagenlenker auf einem Irrtum beruhen. Der entpuppt sich als Krishna, ein Avatar des Gottes Vishnu und führt den Helden in den Yoga ein.

Um sich mit dieser Situtation und den wesentlichen Grundaussagen Krishnas vertraut zu machen, eignet sich das rund 260 Seiten umfassende Taschenbuch, das auf der Lektüreliste vieler Yogalehrerausbildungen steht. Es ist die Bhagavad Gita (Gesang Gottes) für 8,90 Euro von Jack Hawley, einem amerikanischen Unternehmensberater, Indien- und Yogaliebhaber, der die Geschichte nicht in Versen, sondern in einer leicht verständlichen Prosa nacherzählt. Michi Kern, der Herausgeber des Yoga Journal, schrieb einmal über diese Ausgabe: 'Mein Sanskrit-Lehrer rümpft zwar die Nase, aber ich empfehle es gern, weil das Buch an einem Nachmittag gelesen werden kann.' Er habe es drei Mal gelesen, in der Versversion dagegen sei er jedes Mal stecken geblieben. An einem Nachmittag habe ich es zwar nicht geschafft, aber als Bettlektüre liest es sich tatsächlich leicht und bekömmlich.

Der zentrale Gedanke lautet: Handle nach deinem Dharma, aber bleibe innerlich unbeteiligt! Verankere dich in Gott! So verstrickst du dich nicht in weltliche Zwänge, sondern befreist dich vom Kreislauf aus Tod und Wiedergeburt. Das Dharma besteht bei Arjuna als Angehöriger der Kshatriya-Kaste (der Kaste der Krieger), in der Pflicht, für sein Volk zu kämpfen und den Feind zu töten. Dass Krishna an anderer Stelle die Gewaltlosigkeit empfiehlt, ist einer der bereits angedeuteten Widersprüche dieses Textes. Dass Jack Hawley aber im Vers 35, 'Kapitel' 6 (in den Versausgaben, heißen die 18 Kapitel eigentlich 'Gesänge') auch die 'vier Säulen der Meditation' einführt und dabei die Begriffe Abhyasa und Vairagya verwendet, ist ein Alleingang des Amerikaners. Die Notwendigkeit, regelmäßiges Üben (Abhayasa) und Loslassen (Vairagya) in der Waage zu halten, kenne ich als zentralen Gedanken aus dem Yogasutra von Patanjali. Im gleichen Vers betont Hawley auch die Bedeutung von Buddhi, dem Unterscheidungsvermögen und Shradda, dem hingebungsvolle Glauben an den Erfolg des Übens. Wo die Bhagavad Gita ohnehin schon zwischen Vedanta, Samkhya,
Buddhismus und Hinduismus - salopp gesagt - hin und her eiert, machen es solche nachträglichen Ergänzungen nicht leichter.

Für den schnellen und kostengünstigen Gegencheck während der Hawley-Lektüre kann man sich für 3,60 Euro das Reclam-Bändchen Bhagavadgita griffparat halten. Darin lautet Vers 35: 'Wohl ist, o Held, zu zügeln schwer/Der 'Herzens' Vielbeweglichkeit/Doch bannet es, o Kunti's Sohn/Die Übung und Besonnenheit.' Das klingt sehr anders! Doch mag man über diesen Unterschied großzügig hinwegsehen. Irgendwie ist ja Ähnliches gemeint. Außerdem sind Sutra und Gita ungefähr zur gleichen Zeit entstanden, nämlich zwischen 200 vor und 200 nach Christi Geburt. Doch Hawley bringt dann auch die Kundalini ins Spiel (Kapitel 10, Vers 28): 'Von den Schlangen bin ich Vasuki, der Schlangengott, Symbol der Kundalini, des zusammengerollten kosmischen Energiespeichers in jedem Menschen.' Das verfälscht das Bild von Urtext und Yogageschichte ordentlich. Das Konzept der Kundalini übernahm Yoga erst rund tausend Jahre später aus dem Tantra. In der Reclamübersetzung heißt der Vers: '(Bin von den Kühen Surabhi/Als Zeugungskraft der Liebesgott) /Und von den Schlangen Vasuki.' Hawleys Nacherzählung erleichtert also den Einstieg. Um den Text dann aber richtig kennenzulernen, gibt es für Profis bessere Ausgaben.

Auf die Reclam-Ausgabe trifft das leider nicht zu, auch wenn es gut ist, sie da zu haben. Sie ist eben schön handlich, wurde von einem verdienten Indologen, Helmuth von Glasenapp (1891 - 1963) herausgegeben und kurz kommentiert. Aber die Übersetzung ist eher altmodisch, eine 1955 aktualisierte Fassung von 1870. An manchen Stellen erinnert die Sprache an die Art, wie die Starwars-Figur Yoda spricht. Von Glasenapp entschuldigt sich in der Einleitung auch ein bisschen: 'Ungeachtet mancher Schwächen wird die Wiedergabe dem Leser eine zureichende Vorstellung von dem Original vermitteln können, mag auch die Treffsicherheit des Ausdrucks und der Hauch des Weihevollen, die dem Urtext eigen sind, sich in unsere Sprache nicht voll herübertragen lassen.' Die Gefahr, bei der Lektüre dieser Ausgabe immer wieder steckenzubleiben, wie Michi Kern schreibt, ist nicht zu unterschätzen.

Stattdessen empfehle ich Profis eine Ausgabe, die auf zeitgemäße Art vom Sanskrit ins Deutsche übersetzt wurde: die Bhagavad Gita (Gesang des Erhabenen) vom Verlag der Weltreligionen (der wiederum zum Suhrkamp-Verlag gehört). Die Übersetzung und einen fast 300 Seiten langen, aber sehr aufschlussreichen Kommentar samt Glossar stammen von Michael von Brück, Jahrgang 1949, Religionswissenschaftler an der LMU München und Experte für Buddhismus, Hinduismus und interreligiösem Dialog. Diese Textversion ist zwar wie das Original in Versen aufgeschrieben, doch lesen diese sich deutlich flüssiger und schöner als die Reclam-Version. Da lohnt sich zumindest die Lektüre des elften Gesang, dem dramatischen Höhepunkt des Werks. Darin zeigt Krishna Arjuna sein wahres Antlitz und erscheint dabei so schaurig schön, so groß, erhaben, vielgestaltig, freundlich und furchterregend wie das Leben selbst, so dass Arjuna erst staunt, dann entsetzt bittet, der Wagenlenker möge sich in seine Menschengestalt zurückverwandeln.

Diese Ausgabe nimmt man auch wie ein Nachschlagewerk gern in die Hand; man muss die Versversion nicht in einem Ruck durchlesen. Die Erläuterungen bieten Wissen auf verlässlicher wissenschaftlicher Grundlage. Interessant zum Beispiel sind die Erläuterungen des Religionswissenschaftlers zum Begriff des Brahman. Im Unterschied zum Yogasutra ist die Bhagavad Gita eher ein religiöses Werk. Die Verankerung in Brahman (den viele grob mit 'Gott' gleichsetzen) ist eine eindeutige Aufforderung des göttlichen Avatars Krishna, um sich vom Weltlichen zu lösen. Von Brück bietet hier eine fast naturwissenschaftliche Lesart an: Brahman sei eine Art gegenseitige Anziehungskraft. 'Das brahman hält die Welt im Innersten zusammen. Lesen Sie weiter... ›
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22 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Großartiger Kommentar 8. Januar 2008
Von Caliban TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Von Amazon bestätigter Kauf
Bei der Gita handelt es sich - wie bei allen historischen religiösen Texten - nicht um ein Werk, das man einfach nur durch Lesen erfasst. Dafür beinhaltet der Text zu viele unterschiedliche. z.T. sogar widersprüchliche Passagen: Genannt seien nur die kriegerischen Anfeuerungen Krischnas, die aus heutiger Sicht seltsam befremden. Auch das gekonnte Vorwort des Übersetzers macht deutlich, dass der geistige Kontext des Vedanta sich in vielfältiger und komplizierter Weise in der Gita spiegelt und von einem Nichtfachmann nicht ohne weiteres eingeordnet werden kann.

Hier aber beginnt die Stärke der vorliegenden Ausgabe. Der Kommentar von Bede Griffith zielt auf den spirituellen Gehalt des Textes und dies in einer sehr vergeistigten, unaufdringlichen und nirgends an eigenen dogmatischen Positionen klammernden Weise.

Auch bei nüchterner Betrachtunsweise überzeugt dabei der der Gita vorgegebene Grundkonflikt: Aus Gründen der Pflichterfüllung soll ein Mensch andere, zudem noch seine Freunde und Verwandte töten. Weicht er dieser Augabe jedoch aus, verrät er die eigene gerechte Sache. Schon diese Ausgangslage ist ehrlicher als das meiste, das gewöhnlich in religiös-inspirierten Texten begegnet, wo nämlich häufig vorgespiegelt wird, dass es eine Welt ganz ohne Gewalt geben könne. Auch die Antwort der Gita, die mir erst durch Griffith klar wurde, überzeugt. Sie weist nicht etwa in Richtung Meditation und edler Versenkung, sondern zum dem eigenartig-originellen Gedanken, zwischen dem Wesen eines Menschen und seinen Taten zu abstrahieren und sich als Mensch vor allem nicht durch seine Taten zu definieren. Hier ist sicherlich nicht der Ort für eine Co-Kommentar, der gegenüber dem Original Griffiths zudem eher bescheiden ausfallen müsste. Aber dieser Gedanke hat gerade für alle in der westlichen Leistungsgesellschaft Verwurzelten eine ungeheure Tiefe, weil Wert und Unwert nicht an äußeren Einheiten gemessen werden und damit - je nach Bereitschaft des einzelnen - damit eine große innere Freiheit verbunden sein kann.

Im Gesamteindruck handelt es sich bei der Gita mit dem Kommentar von Griffith um ein spirituelle angelegtes Werk, das auch kritisch-rationalen Geistern durch die aufrichtige Fragestellung, die originelle Reflexion und die unaufdringlich zu Herzen gehende Botschaft beeindruckt.
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