Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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19 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Vielfältiger und rhythmusgetrieben : Cicero & Band in Hochform., 30. Oktober 2007
Roger Ciceros zweites Soloalbum zeigt den gewohnt frischen Swing aber auch ganz neue Seiten von seiner Wandlungsfähigkeit. Es handelt sich zwar um ein sorgfältig ausbalanciertes Mainstream-Produkt, aber einige Titel überraschen doch und fallen aus diesem Rahmen.
Die professionelle Basis, ( Superband mit Superstimme) ist die gleiche geblieben. Die Mischung der Zutaten aber wurde musikalisch erheblich bereichert, so dass die CD eine deutliche Steigerung von Männersachen darstellt. Cicero singt sich auf Beziehungsweise durch viele Stilarten. Sie führen ihn vom Swing- und Big-Band-Stil über Blues, Balladen, bis hin zu lateinamerikanischen Samba- und Salsarhythmen. Letztere gelingen ihm wie selbstverständlich, obwohl manch einer sich noch daran gewöhnen muss, diese Musik mit deutschen Texten zu hören. Aber Cicero hat damit keine Probleme. Bei ihm klingt deutsche Sprache zu Salsa- und Samba-Klängen nicht wie ein Fremdkörper. Er bringt diese Titel tatsächlich mit links (!) trotz der deutschen Texte.
Die entsprechenden Titel Sie will es nun mal und Der Anruf, werden schnell und wortreich gesungen, was an sich schon eine vokale Schwierigkeit ist. Ciceros Latinstücke hören sie sich wunderbar leicht und authentisch an, nicht zuletzt auch durch die großartigen, stimmigen Arrangements. Hinter Ciceros kolossaler Leichtigkeit, steckt aber lange sängerische Erfahrung und gutes musikalisches Wissen. Ich behaupte: Ist jemand ein guter Jazzsänger, ist er durch eine harte, komplexe Schule des Gesangs gegangen und kann deshalb fast alles singen. Jedenfalls sind ihm komplizierte Notengebilde und ein punktgenaues Timing nicht fremd. Cicero hat Jazzgesang studiert. So wie bei Thomas Quasthoffs Jazzalbum auch immer die spezielle Qualität seiner klassisch ausgebildeten Stimme herauszuhören ist, merkt man bei Ciceros lässig-schwungvollem Gesang sofort, was er von Musik versteht was dahinter steckt.
Die ersten drei Songs der CD rollen an im wuchtigem Big-Band-Sound. Sie geben sich zunächst mehr jazzbetont, als das gesamte Album wirklich ist. Die Arrangements, sowie der ganze Sound erinnern stark an die swingenste Band der Welt, nämlich an das Count Basie Orchester der 60er Jahre. Das betrifft besonders den schnell pulsierenden Song Die Liste. Der folgende Titel Nimm deinen Kerl zurück wäre DAS definitive Stück für Big-Band- Vokalisten überhaupt! Auch wenn Roger Cicero clever manchen puristischen Jazzkritikern bezüglich seiner neuen CD vorbaut, indem er in einem Interview sagte, er mache keinen Jazz, sondern Pop im Jazzgewand dann kann ich nur sagen: lieber Roger, was du mit diesem Song machst, wie du ihn singst, und wie du dich im letzten Drittel steigerst und dich dann aus dem Song schreist, das ist purer Jazzgesang und nichts anderes! Die Nummer gehört mit zum jazzigsten, was Herr Cicero bisher gesungen hat, und blitzt mit seiner geballten Dynamik besonders aus dem Album hervor!
Kein Abendessen ist dann mehr eine fröhliche-ausgelassene Big Band Nummer. Roger und seine Band sprühen vor Spiellaune, die manchmal geradezu in einer Art agressiven Swing gipfelt, besonders wenn er frech singt: Scheiß doch drauf, wir bleiben zuhaus! Der spritzige Text beschreibt in komisch-seltsamen Details ein wohl ziemlich nerviges Abendessen im Voraus, welches dann aber nicht stattfindet. Mir gefallen die Texte, denn im Gegensatz zu der sehr allgemein gehaltenen Thematik deutscher Schlager a la: Nur die Liebe lässt uns Leben, usw. , beziehen sich die Texte von Frank Ramond immer ganz konkret auf bestimmte Situationen. Sie sind originell und trotz manchem Irrwitz nicht unrealistisch, sondern sogar das Gegenteil. So manches, was einen jeden Menschen im Leben betreffen kann, spiegelt sich hier in den individuellen Geschichten substantiell wieder.
Weiter geht es mit Ich hab das Gefühl für dich verlorn . So wie der Song beginnt, erinnert er zunächst stark an den sogenannten Doo-Woop-Sound der 50er Jahre. Doch sehr schnell entwickelt sich der Song zu einem etwas nostalgischen und gefühlsreichen Großstadtblues. Zum komplexen Sound der besten Band der Welt, kann Roger sich hier mit Leidenschaft aussingen und seine Stimme kraftvoll strahlen lassen. Das ist ein wirklich bitter-süßer Schmachtfetzen, zu dem Stephan Abel mit seinem Tenorsaxophon noch ein effektvolles Solo beisteuert. Der Titel ist wunderschön anzuhören, hat aber nicht die balladeske Traurigkeit, emotionale Tiefe und nachhaltige Wirkung von Ich atme ein ( auf Männersachen ).
Den durchschlagenden Superdrive hat Das Experiment, ein klares Highlight der CD. Diese perfekte Vermischung von Pop-Jazz-Soul-Latin, dominiert von kompakten Bläser-Sätzen und knalligem Drumsound, schiesst ohne Umwege sofort in die Beine und groovt wie der Teufel. Das ist enthusiastische Hingabe an den stetig vorantreibenden Rhythmus! Wer denkt da noch an diesen (diskutierten) Text? Nur eine ungewöhnliche Geschichte mit Erfahrungswert, die ich nicht als wirklich gewagt bezeichnen würde! Beinah ebenso mitreißend wie Das Experiment ist der einfacher gestrickte Popschlager Alle Möbel verrückt. Ein kurzer intensiver Song mit forciertem Rhythmus. Die häufig wiederholte Melodie des Refrains erreicht sofort Prägnanz und nistet sich schnell als Ohrwurm ein.
Starker Stimmungswechsel bei der umschatteten Ballade Wovon träumst du nachts, die durch einen leiseren Roger Cicero und ein suggestiv-schönes Arrangement besticht. Ebenfalls bedächtiger gesungen ist der sowohl vom Text wie von der Musik her sehr interessante, instruktive Song Schöner wars ohne. Eine kleine Bestandsaufnahme der Jetztzeit mit einen bitteren Beigeschmack. Die musikalische Komposition könnte gut ein Modern-Jazz-Thema sein. Hinter dem sachte swingenden Arrangement mit dem Flügelhornsolo von Axel Beineke ist für mich eine zum Thema passende Melancholie hörbar. Stilistisch kann man auch den Song Gute Freunde diesen ruhigeren Jazzballaden zuordnen. Diese nachdenklichen Songs sowie Rogers Hommage an seinen Vater stehen im deutlichen Gegensatz zum vorherrschenden Mainstream auf der CD Beziehungsweise.
Fast am Ende der CD wird das Niveau dieser Produktion durch das schlichte Glanzlicht Ich hätt so gern noch Tschüss gesagt noch einmal deutlich angehoben. Der Song mag musikalisch zunächst simpel erscheinen, doch Vorsicht, die Melodie hat vertrackte Wendungen. Diese von ihm selbst komponierte, Hommage an seinen verstorbenen Vater zeigt präzis: Roger Cicero KANN singen. Und man muss schon eine sehr oberflächliche Wahrnehmung haben, um die vielen kunstvollen Nuancen und die Intensität seines Gesangs zu überhören. Rein gesanglich gesehen ist es das differenzierteste Stück der gesamten CD.
Rogers Interpretation beinhaltet für mich fast jede seiner sängerischen Qualitäten. Von samtener Tiefe wechselt er über fragile Kopfstimme, die klangschön und nicht quäckig kommt, bis hin zu seinen markant-energievollen Tönen. Zurückhaltende Klavierbegleitung lässt seinen gefühlvollen Gesang fast wie a capella klingen. Ein unspektakuläres Meisterstück. Und den Kritikern, die stereotyp die Gleichung aufstellen: Gefühl = Kitsch möchte ich zurufen: Bitte mehr Toleranz für Gefühl. Denn hier hören wir einen sehr intimen Cicero, echt motiviert und unsentimental in seinem emotionalen Ausdruck.
Beziehungsweise, eine eindrucksvolle Produktion von und mit deutschen Künstlern, offenbart wieder eine fabelhafte Big Band und einen sehr begabten Sänger. Die Stimme des 37jährigen Cicero ist die traumhafte Mischung von jugendlicher Dynamik und musikalischer Erfahrung, plus der Technik eines alten Hasen!
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15 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Kaufen, hören, mitsingen...lieben!!!, 16. Oktober 2007
Nachdem ich befürchtet habe, dass das neue Album Beziehungsweise" nicht an das erste heranreicht, bin ich nun (GOTT SEI DANK) vom Gegenteil überzeugt.
Die Songs sind abwechslungsreich und bringen es thematisch, wie von Roger gewöhnt, auf den Punkt. In jedem Song wird das Thema Beziehung" im weiteren oder engeren Sinne analysiert und gern mal auf die Schüppe genommen. Hier reicht das Spektrum von dem sehr rührenden Song über den Verlust des Vaters (Ich hätt so gern noch Tschüß gesagt), über eine Sex-Abenteuer (Das Experiment), bis hin zum Song über die nie endende Rolle als Muttis Kleiner" (Der Anruf). In irgendeinem Lied wird sich wohl jeder wieder finden.
Stimmlich finde ich ihn stärker und facettenreicher als auf dem ersten Album. Die Texte sind meiner Meinung nach durchdachter als noch bei Männersache", wo die Reime stellenweise gezwungen wirkten. Manche Melodien auf Beziehungsweise" klingen bekannt und sind stellenweise Liedern aus dem Vorgängeralbum sehr ähnlich. Bei Bin heut Abend bei dir" klingt mir zum Beispiel ständig Ernie aus der Sesamstraße im Ohr wie er singt: Hätt ich dich heut erwartet hätt ich Kuchen da...." ;-)
Aber trotz allem sind die Songs wie immer einfach mitreißend. Wer Roger Cicero schon mal live erlebt hat, weiß, dass er wirklich so einen tollen, feinsinnigen Humor hat. Er versteht es einfach, in Zusammenspiel mit seiner grandiosen Band, die Zuhörer zu begeistern!!!
Fazit: Kaufen, hören, mitsingen, lieben!
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25 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
"Auch ganz oben auf meiner Liste!", 1. Februar 2008
Das zweite Album von Roger Cicero nach
~Männersachen~ reiht sich gut in sein
bisheriges Schaffen mit ein.
Die dreizehn Songs sind Originale und nicht
etwa deutsche Adaptionen der ewig gleichen
Evergreens. Die Themen sind einfach: Frauen,
Männer, Beziehungen. Die Musik dazu swingt,
erfindet nichts neu, macht aber Spaß und die
Mischung lässt mich wieder lächeln auch wenn
diesmal die ganz großen Hits fehlen.
Insgesamt nivauvolle Gute - Laune Musik mit
deutschen Texten.
Anspieltipps:
*Die Liste
*Alle Möbel verrückt
*Bin heute Abend bei Dir
(CD)
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