Zwei Sterne bedeutet bei Amazon gefällt "mir" nicht und hebt sich von den meisten Rezensionen ab auf die ich mich verlassen wollte. Nicht nur gute Rezensionen auch der Preis der Blu-ray beträgt aktuell nur die hälfte von meinem Einzelhändler vor Ort und somit kaufte ich bei Amazon. Soweit der perfekte Kaufanreiz.
Man bekommt ein Konzert von Beyonce in dem sie im Making Of beschreibt wie sie das Konzert gestaltet haben möchte. Einfach und auf das wesentliche, also die Musik beschränkt im Charakter von Unplugged.
Man bekommt das Gegenteil, einen nervigen Bigbandjazz-Sound der bis auf die letzten Stücke hektisch und nervend daherkommt. Eine Künstlerin (man vergleiche den dezenten Schminkzustand aus dem Making Of) die zur Puppenmaske gekleistert wurde. Ausdruck und Mimik von Beyonce wirken somit auf mich zu jeder Sekunde unnatürlich und affektiert, was auch daran liegen kann dass sie eben so ist. Ein Anblick von Gruseln überkommt mich wenn ich dann ihre Gesichtsakkrobatik mit Kopfgewackel sehe. Wirklich nicht schön anzuschauen, obwohl sie ja eigentlich eine überdurchschnittliche, als allgemeines Ideal bezeichnende Schönheit in der Grundausstattung besitzt.
Anderes muss man lobend erwähnen, z.B. dass deutsche Untertitel im Konzert vorhanden sind, das bedingt allerdings, dass man Beyonce s sich selbst lobendes Geschwafel, voller Eitelkeit und Eigenlob auch im Detail erfährt. Sehr unangenehm für meine Ohren ist immer "Eigenlob". (Wäre so als wenn Micheal Schumacher selbst, ständig seine Weltmeistertitel in sein Interview einbaut) Leider scheint dies das Konzept der Show zu sein, denn Beyonce verweist selbst darauf, dass sie Ihrem Publikum "ihr Leben" ja nahe bringen möchte. Schön dass ich jetzt von ihr weiß, wie toll sie doch gewesen sein muss...früher mal. Schade da kannte ich sie noch nicht.
Für mich ist dies Konzert eine Enttäuschung und nicht wegen der schwarzen Kinostreifen und auch nicht wegen den letzten Songs der Show die fast versöhnen, sondern weil ich erwartet habe, dass einem das Konzert die Künstlerin symphatisch erscheinen lassen würde und man Lust hat es ein zweites Mal anzuschauen, oder seine Familie damit auch zu erfreuen. Das passierte bei mir nicht, trotz dauerhaft jubelnder Begeisterung im Konzertpublikum.
Wer überladenen Bigband-Jazz-Sound nicht besonders mag und sich von einer sich ständig selbst lobenden Künstlern abgestoßen fühlt, der wird mit diesem Konzert nicht warm, obwohl mindestens zwei Stücke sehr, sehr gut sind. Man achte auf das Making Of und hört zwischen den Zeilen ihrer langjährigen Mitarbeiter und man stellt entsetzt fest, dass die Frau auch abseits der Show nur nervig ist aber wer beisst schon die Hand die einen füttert.
Ich bin gespannt auf andere Konzerte ob es dort anders ist, nur auf positive Rezensionen verlasse ich mich bei Beyonce auf keinen Fall erneut.