Sowohl beim DT880 als auch beim DT880 Pro tummeln sich zahlreiche Rezensionen, die den Unterschied zwischen dem DT880 und diversen Mitbewerbern beleuchten - daher spare ich hier diesen Part aus und möchte auf ein paar Details hinweisen, die auch Beyerdynamic nicht so explizit ausweist, die aber jeweils kleine aber relevante Unterschiede ausmachen.
Den DT 880 gibt es in 3 Impedanzen mit 32, 250 und 600 Ω. Den DT 880 Pro gibt es nur mit 250 Ω.
Nach ein paar Versuchen hier eine empirisch gewonnene Empfehlung:
- den 32er für kleine Geräte mit einer geringen Ausgangsleistung - dort spielt er erfreulich laut, aber er kaschiert auch kein bisschen die meist misserablen Soundchips in vielen Audiogeräten. Wen die Soundquelle keinen guten Wandler hat, lohnt sich solch ein hervorragender Kopfhörer nicht. Für einige Apple-Geräte, gibt es externe Kopfhörer-Verstärker, die über den Dock-Anschluss betrieben werden, was die Freude am Gerät erheblich steigert…
- den 250er an einem Mobilgerät zu betreiben geht, aber Freude kommt nicht auf. Dazu ist in den meisten Fällen der Soundchip nicht leistungsfähig genug, der Akku geht fixer leer und die Lautstärke mag dem einen oder anderen Laut-Hörer nicht ausreichen. Gerade bei den Bässen ist der 250er an Mobilgeräten keine gute Wahl, weil diese dafür einfach nicht genug Druck liefern und das zusammen mit der neutralen Abstimmung zu einem positiv formuliert unemotionalen Klangbild führt. An allen ordentlichen Mittelklasseverstärkern macht dieses Modell jedoch richtig Freude und spielt kräftig, neutral und extram plastisch mit wunderbarer räumlicher Auflösung.
- den 600er habe ich nicht getestet und würde davon ausgehen, dass aufgrund des Unterschiedes zwischen dem 32er und dem 250er ohne einen potenten (Phono-)Verstärker keine Freude zu erwarten ist.
Die Pro-Variante kommt im Gegensatz zum ›normalen‹ Edition-Kopfhörer mit einem Spiralkabel statt einem glatten Kabel und hat einen etwas höheren Anpressdruck. Wer also als Kritik am ›normalen‹ DT 880 den geringen Anpressdruck moniert, der sei, falls der 250er geeignet ist, auf den DT 880 Pro verwiesen. Zudem hat der DT 880 Pro schwarze Gabeln und es fehlt - anders als beim hiesigen Artikelbild, das einen normalen DT 880 zeigt - die seitliche Plakette. Die Bezeichnung ist beim DT 880 Pro direkt aufs Gitter gedruckt.
Damit dürfte der DT 880 Pro auch denen entgegenkommen, die mit dem schwereren Spiralkabel und dessen eventuellem Zug besser leben können als mit dem Risiko, unfreiwillig auf das am Boden liegende Kabel des normalen DT 880 zu steigen.
Akkustisch sind die Unterschiede - den passenden Zuspieler vorausgesetzt - nicht nennenswert. Allen gemein ist die wunderbar fein aufgelöste Wiedergabe über den gesamten Frequenzbereich, was gern als ›analytisch‹ bezeichnet wird, aber keinesfalls als Spassbremse zu verstehen ist. Gerade bei gut abgemischten Filmen oder sauber aufgezeichneter Pop-Musik hört man mit dem Kopfhörer wirklich alles, was die Produzenten dem Stück im Studio mitgegeben haben - der klangliche Raum ist so präzise wiedergegeben, dass man sich in Instrumentalstücken an einem Instrument ›festhören‹ kann und die restlichen Interpreten in den Hintergrund treten. Beim Filmschauen grollen tiefste Bässe sauber und knackig durch den Raum, während jede Stimme sauber verortbar ist und zugleich hohe, feine Töne wie Stecknadeln auf das Trommelfell einprasseln. Nur deutlich teurere Lautsprechersysteme in einem gut eingerichteten Hörraum oder noch viel teurere Kopfhörer übertreffen diese akustische Präzision.
Mit diesen Eigenschaften ist der DT 880 (Pro) eine sogar recht preiswerte Eintrittskarte ins wahre Hörvergnügen. Die hervorragende mechanische Konstruktion (build like a tank), die gute Ersatzteilversorgung und die Erfahrung, die Beyerdynamic in diesen Kopfhörer investiert hat, sorgen zudem dafür, dass das Vergnügen von sehr langer Dauer sein wird.