Der Einband begegnet dem potentiellen Leser mit dem Versprechen, daß er dieses Buch in einer Nacht verschlingen werde. Dies wird wohl vom geneigten Leser abhängen, doch ist dieses Werk aus verschiedenen Gründen sehr empfehlenswert. Die Geschichte beinhaltet drei Ebenen. Die eigentliche Geschichte handelt von der Architektin Lavinia, die sich in einen Arbeitskollegen verliebt und erkennen muß, daß dieser Mitglied einer linksgerichteten revolutionären Gruppe ist. Recht schnell wird Lavinia in die Aktionen hineingezogen, zuerst unfreiwillig, dann auf eigenes Verlangen hin. Diese Geschichte wird aber geprägt von der zweiten Ebene, der Behandlung von Rollenklischees, gerade vor dem Hintergrund der lateinamerikanischen Machismo-Gesellschaft. Diese Thematik wird aus Sicht der Frau geschildert und gleichzeitig mit den sozialen Konflikten vereint. Dies verbindet die Geschichte mit der dritten Ebene, der Geschichte Latainamerikas. Sehr poetisch bringt Belli die Zeit der Conquista in den Roman mit ein und macht deutlich, daß sich seither weder auf sozialer Ebene, noch auf Ebene der Rolle der Frau viel verändert hat. Eine Geschichte, die gerade für Lateinamerikainteressierte sehr empfehlenswert ist und durch Details historischer Gegebenheiten, kultureller Prägung und aktueller Lebensumstände besticht. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)