Schollmeier gelang mit diesem Buch ein großer Wurf.
(Deutschsprachige) Literatur zum Thema Olympiabewerbungen ist Mangelware und dieses Buch ist wirklich ein gelungener und fundierter Einstieg für alle, die sich mit diesem Thema auseinandersetzen.
Schollmeier gibt zunächst einen Einstieg in das Thema Olympiabewerbungen und zeigt die Entwicklung der Vergabeprozesse im 20. Jahrhundert auf.
Die Arbeit des Bewerbungskomittees von Sydney 2000 gilt bis heute als Musterbewerbung einer Kandidatenstadt. Schollmeier beleuchtet im Detail die Arbeit des Bidding Committees und arbeitet heraus, warum die Sydney Bewerbung zum Erfolg führen musste.
Dieser Schritt ist insofern sinnvoll als dass er einen wichtigen Übergang zu dem Hauptteil der Arbeit leistet:
Kernstück der Arbeit bildet nämlich die Vergabe der Olympischen Sommerspiele 2004. Dieses Bidding-Race war insofern spannend, als dass es so viele Interessenten an den Spielen gab, wie nie zuvor. Schollmeier beleuchtet kritisch jede einzelne der elf Kandidaturen - dabei bezieht er sich nicht nur auf die originalen Bewerbungsunterlagen der Bewerber und auf den IOC-Evaluierungsbericht, sondern zieht umfassende andere Quellen heran (Zeitungsartikel, Pressemitteilung, Statements der Involvierten etc.).
Es gelingt dem Autor, spannend die Erfolge und Misserfolge und die Entwicklung der Arbeit der fünf Finalisten (Buenos Aires, Stockholm, Cape town, Rome und Athens) darzustellen. Dabei lässt Schollmeier neben der technischen Komponente der Bewerber auch "moralische Gesichtspunkte" nicht außer acht.
Es gelingt ihm eindrucksvoll darzustellen, warum nur Athen die Spiele 1997 gewinnen konnte und warum andere, starke Bewerbungen wie Kapstadt oder Rom, trotz technischer Stärken oder guten Lobbyings, erfolglos blieben.
Trotz des hohen wissenschaftlichen Anspruchs ist die Lektüre nie langweilig, sondern unglaublich interessant - was ganz bestimmt an der Fülle der verwendeten Materialien liegt.
Nur zu empfehlen!!