Der Titel des Buches und der Lebenslauf der Autorin versprechen viel, was das Buch selbst leider nicht in allen Bereichen halten kann: als Lehrbuch für Tierärzte bleibt es zu oberflächlich, als Leitfaden für Hundesportler zu wenig praxisbezogen. Es werden viele interessante Aspekte angesprochen, dann aber nicht weiter ausgeführt. So beschränken sich die Erläuterungen zur funktionellen Anatomie lediglich auf Aufzählungen verschiedener Muskelgruppen. Andere Themen werden dagegen so detailliert besprochen, dass kaum ein Praxisbezug hergestellt werden kann. Das Kapitel zur Physiotherapie ist wiederum sehr kurz, es werden verschiedene Erkrankungen aufgelistet und unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten benannt, jedoch nicht näher erläutert.
Zum Thema Hundesport kritisiert die Autorin zu Recht, dass in vielen Sportarten kein gezieltes Aufwärmtraining stattfindet. Leider erläutert sie dann aber in nur fünf Sätzen, wie ein solches Training stattdessen aussehen sollte. Konkrete Anweisungen oder Abbildungen zu diesem Thema fehlen, so dass das Buch kaum helfen wird, diesen Missstand zu beheben.
Osteopathie und Chiropraxis werden als manuelle Therapieformen mit wenigen Sätzen umrissen, dabei ist nicht nur die Beschreibung der Chiropraxis als indirekte Mobilisationstechnik sachlich falsch - es wirkt auch unglücklich, dass am Ende ein negatives Resümmee wiedergegeben wird, welches jedoch offensichtlich nicht die Meinung der Autorin wiederspiegelt. Dem folgt eine seitenlange Beschreibung einer traditionell-chinesischen Massagetechnik - die jedoch auch wiederum zu obeflächlich bleibt, um vom Leser umgesetzt zu werden.
Lediglich das Kapitel zur Bewegungstherapie selbst, sowie die Erläuterungen zu den einzelnen Bewegungsübungen versöhnen ein wenig, hätten jedoch ausführlicher ausfallen dürfen. Auch hier fehlt ein wenig Struktur, so wird erst bei der achtzehnten Übung erwähnt, dass der Hund für alle beschriebenen Übungen vorher aufgewärmt werden muss.
Für Leser ohne Vorkenntnisse mag das Buch einige Denkanstöße liefern - für Tierärzte und Hundetrainer, die sich bereits mit diesem Thema befasst haben, bietet es wenig Neues.