Als Bonnie 'Prince' Billy das Album "Sings Greatest Palace Music" veröffentlichte, stieß er damit einen Teil seiner Fangemeinde vor den Kopf.
Dieses Album war nämlich seine erste Country-Platte und man hatte den Eindruck, dass ein Großteil seiner Fans sich mit Country nicht so wirklich wohl fühlt.
Auf dem neuen Album geht Billy weiter in die Country-Richtung und schon mit dem Album-Titel scheint er seinen Fans zu signalisieren: Nehmt euch ihn acht, euch wird vielleicht nicht gefallen, wo die Reise dieses Mal hingeht!
Dieses Phänomen erinnert ein wenig an Bob Dylan, der nach einigen Folk-Platten mit "Nashville Skyline" ähnliche Reaktionen bei seinen Fans hervorrief.
Ich persönlich habe aber kein Problem mit Country und die Scheibe "Sings Greatest Palace Music" ist sogar eine meiner liebsten Oldham-Platten. Deshalb habe ich auch die neue Platte relativ schnell ins Herz geschlossen.
Genial sind auch wieder die Texte: Richtig witzig ist der Song "You Don't Love Me", in dem Will Oldham sich als eine Art Sexmaschine präsentiert. Gespenstisch ist der Song "I Don't Belong To Anyone".
Auffallend ist, dass die verstörenden Texte teilweise im krassen Gegensatz zur Musik stehen.
Besonders beim ersten Song, in dem Oldham einen Art Stalker verkörpert (freie Übersetzung: "Ich möchte dein einziger Freund sein. Ist das beängstigend? Mein aktiver Verstand wünscht, dass dem nicht so ist, doch hüte dich vor den stummen Gedanken. Wenn jeder, der zu dir kommt, etwas von deinem Licht nimmt, dann werde ich wütend").
Dieser düstere Text wird begleitet von unbeschwert-fröhlicher Country-Musik.
In dem Song "Without Work, You Have Nothing" überrascht er uns plötzlich mit der Textzeile: "Beweg deine Hände schneller, denn das ist es, was dein Mann will. Damit hälst du seinen schmutzigen Verstand davon ab die üblichen Orte aufzusuchen. Und dann werden Arme dich halten. Arme werden dich halten."
Begleitet von zuckersüßer Country-Musik inklusive Chor und Streichern.
Meine Favoriten: "I Am Goodbye", "I Don't Belong To Anyone", "Afraid Ain't Me", "You're Lost" und "My Life's Work".