Nachdem mir die Wächter Romane sehr viel Spaß bereit haben, war ich natürlich sofort Feuer und Flamme, als ich "Bewahrer des Chaos" entdeckte. Natürlich war ich auch etwas skeptisch, da das Buch nicht direkt von Lukianenko stammte, aber egal. Wladimir Wassiljew war immerhin der Co-Autor von Wächter des Tages. Allzu "anders" sollte das Buch dann also nicht werden.
Im Endeffekt geht Wassiljew mit seinem Roman auch keine großen anderen Wege. Es geht weiterhin um den ewigen Konkurrenzkampf zwischen den Lichten und den Dunklen, allerdings mit dem Unterschied, dass hier das Augenmerk mehr auf die Dunklen gelegt wird. Eine kleine Truppe aus Kiew wird nach Petersburg geschickt, um das auftauchen sogenannter Wilder Anderen zu untersuchen und das Problem zu lösen. Anfangs scheint auch alles nach Plan zu laufen, doch die wahre Gefahr zeigt sich erst gegen Ende.
Um es gleich zu sagen... Wer noch keinen Wächter Roman gelesen hat, sollte mit diesem Buch nicht anfangen, da viele Anspielungen und auch wichtige Elemente, wie das Zwielicht zum Beispiel, nicht ausreichend erklärt werden und man sprichwörtlich im Dunkeln gelassen wird. Davon abgesehen, dürfte "Bewahrer des Chaos" ein gefundenes Fressen für Wächterfans sein, dass allerdings mit einigen Längen in den ersten drei Vierteln und einem überladenen Finale zu kämpfen hat. Während sich am Anfang sehr viel Zeit mit, für den Plot unwichtigen, aber erzählerisch sehr gut geschriebenen Szenen beschäftigt, hetzt man in den letzten 60 Seiten von einem Schauplatz zum Anderen und wünscht sich die ein oder andere Erklärung.
Fazit:
Für mich bot "Bewahrer des Chaos" guten Lesespaß, allerdings ohne an das Niveau der "original" Wächterromane heranzureichen. Wer die Bücher aus dem Heyne Verlag schon gelesen, und daran Spaß gefunden hat, sollte hier nichts verkehrt machen. Alle anderen sollten zuerst Wächter der Nacht und seine Folgebänder lesen.