WOW, ein tolles Buch! Als ich es gestern zu Ende gelesen habe, wollte ich erst mal gar nicht vom Sofa aufstehen. Ich resümierte über das Gelesene und brauchte eine Zeit, bis ich bereit war mich von der Geschichte loszureißen und wieder anderen Dingen zu widmen. Ich war sprachlos. Ich war hin- und hergerissen zwischen Traurigkeit und Fröhlichkeit, Dankbarkeit über mein eigenes Leben und Mitleid mit Tessas kurzem Leben.
Ich hatte das Bedürfnis, das Buch noch mal von vorne anzufangen: einerseits, weil Tessa dadurch wieder leben konnte, andererseits, weil in dem Buch manches so schnell geht, dass ich gegen Ende fast Schuldgefühle hatte, vielleicht zu schnell gelesen zu haben und Tessas Leben dadurch zu verkürzen. Es klingt absurd, aber sie ist mir so ans Herz gewachsen, ich war wirklich unendlich traurig. Und gleichzeitig war ich fröhlich, weil ich mich dadurch so lebendig fühlte, weil dieses Buch das Leben zelebriert und nicht die Sterbende bemitleidet. Es ist kein düsteres sondern ein lebensbejahendes Buch über eine 16-jährige Leukämie-Kranke, die nur noch eine sehr begrenzte Zeit auf dieser Welt zu leben hat. Dieses schreckliche Thema auf so eine positive Weise anzupacken ist ein Kunstwerk.
Die Autorin stellt Tessas Wut und ihren Lebenswillen sehr realistisch dar. Sie zeichnet all die Charaktäre unglaublich lebendig und lebensnah, sie wachsen einem alle ans Herz, ich persönlich fand vor allem Tessas kleinen Bruder Cal ganz hinreißend. Tessas Handlungen sind nachvollziehbar, auch wenn sie manchmal auf den ersten Blick absurd oder gemein wirken. Es wirkt hart, wenn sie z.B. so wütend auf ihren sie über alles liebenden Vater ist, der es immer noch nicht wahrhaben kann, dass sie sterben muss, aber ist es nicht verständlich, dass sie wütend ist über die Ungerechtigkeit, die ihr widerfährt und sie diese Wut irgendwo rauslassen muss? Dadurch macht die Autorin auf schmerzliche Weise klar, wie schwierig es für alle Beteiligten ist, mit der Situation zurecht zu kommen.
Fazit:
Ein Buch, das an vielen Stellen dazu anregt, über sich selbst und das eigene Leben nachzudenken, Tessas sehr poetische Gedankenwelt hat mir dabei besonders gefallen.
Ein Buch, das dazu animiert, nach dem Sprichwort "Lebe jeden Tag, als wäre es dein letzter!" zu leben. Eindrücklich, mit viel Sensibilität und Menschenkenntnis geschrieben, geht es unter die Haut. Außerdem beinhaltet es die schönste, atmosphärischste, bildhafteste Sterbeszene, die mir jemals untergekommen ist. Eine Sterbeszene, die friedlich und trotzdem schrecklich ist, aber vor allem so real wirkt, dass es wehtut, die aber nicht brutal ist, sondern einfach nur schön. Einfach nur traurig-schön. So wie das ganze Buch.
Anmerkung: Ich habe das Buch auf englisch gelesen, über die deutsche Übersetzung kann ich nichts sagen.