"Eines der erschreckendsten Bücher, das ich je gelesen habe", wertet Rocbert Bloch. Der Autor von dem weltbekannten Werk "Psycho" muss es ja auch wissen.
Und ich muss mich dem Erfinder von Norman Bates vollständig anschließen:
Was Jack Ketchum mit seinem Debütroman "Beutezeit" geschaffen hat, ist mehr als ein Meisterwerk des Schreckens, es ist ein Tour de Force durch die dunklen Seelen der Menschheit.
Carla bezieht ein abgelegenes Haus am Rande des Waldes und lädt zum Einstand ihren Liebhaber und zwei befreundete Paare ein. Die Sechs wollen eine schöne Urlaubswoche an der Ostküste von Maine verbringen, doch es kommt -natürlich- anders als sie denken. Die Gegend wird nämlich von einer Horde Verwahrloster heimgesucht, die die Sechs nur als Beute ansehen. Die Beutezeit kann beginnen....
Dies ist in kurzen Worten der Inhalt des Romans, der seit seiner Veröffentlichung 1980 in Amerika als gekürzte Version und 1999 als "unexpurgated version" für Furore sorgte.
"Beutezeit" ist nach 26 Jahren auch endlich im Heyne-Verlag unter dem "Heyne-Hardcore"-Label publiziert worden.
"Off season"-so der englische Titel- ist der beste Indikator für dieses Label, denn dieser Roman ist wirklich "hardcore".
Jack Ketchum schreibt kompromissloser als Richard Laymon, interessanter als ein Stephen King und fürchterlicher als die größten Schriftstellerstars am literarischen Himmel dieses unterschätzten Genres.
Seine drastische und direkte Erzählweise lassen den Leser mit in den Strudel der Grausamkeiten geraten, den Ketchum seinen Protagonisten antut.
Dieser Roman ist bis dato das, mit Abstand, Brutalste, was ich in meiner gesamten Laufbahn gelesen habe.
"Evil", der erste deutsche Ketchum-Titel, war schon eine Klasse für sich, aber "Beutezeit" schlägt die Geschichte der kleinen Meg um Längen.
Ich bin ein "amazoner", der regelmäßig schaut, was andere Rezensenten über die Bücher gesagt habe, die ich kritisiert habe, und bei diesem
284-seitenstarken Roman werde ich es defintiv auch tun, weil ich mir schon ausmalen kann, dass viele Leser absolut nicht mit meiner Meinung bzw. Bewertung von 5 (!!!) Sternen einverstanden sein werden. Ich verweise auf das Nachwort von Jack Ketchum, in dem er erklärt, was hinter den Taten seiner Charaktere und seinem Schreiben steckte.
Natürlich, meine lieben Leser und Leserinnen, man kann es auch auf eine andere Art und Weise schreiben, wie hinterhältig das Leben, laut Jack Ketchum, sein mag.
Meinen Titel der Rezension bitte ich aber auch zu beachten:
Dieses Buch ist wahrlich nichts für schwache Gemüter, denn "Beutezeit" zeigt auf eine widerliche Art und Weise, was unsere Spezies sich gegenseitig antut; und das in jeden Einzelheiten.
Ein tolles und entlarvendes Buch, was defintitiv, auch durch sein gemeines Ende (und das ist es wirklich) in die Top 3 meiner Lieblingsbücher geschafft hat.
Böse, böser, Jack Ketchum!
Und sagen Sie nicht, ich hätte Sie nicht gewarnt.
Ich wünsche viel Spaß bei der Jagd (oder viel mehr bei der Flucht?!)