Mit dieser Rezension breche ich eine persönliche eiserne Regel. Ursprünglich wollte ich ausschließlich Rezensionen über Bücher verfassen. Doch es gibt anscheinend wirklich keine Regel ohne Ausnahme. Diese Ausnahme von der Regel, ist mit dem Kauf dieser Diagnose-Waage eingetreten.
Beginnen wir mit dem positiven Eindrücken.
Der Versand war mit einer Lieferzeit von 2 Tagen sehr zügig. Das Glas/Edelstahl-Design ist überaus gelungen. Zudem lässt sich die Waage ausgesprochen leicht programmieren, sprich auf die persönlichen Daten der verschiedenen Benutzer einstellen.
Soweit so gut.
Doch dann kam die Stunde der Wahrheit: Das erste wiegen auf dem guten, neuen Stück.
Das erste Mal ist bekanntlich immer unvergesslich. Und diese alte Volksweisheit trifft mit voller Wucht auf dieses Produkt zu.
Die fünf zu ermittelnden Daten Gewicht, Körperfettanteil, Körperwasser, Muskelanteil und Knochenmasse werden zweimal 10 Sekunden angezeigt und dann schaltet sich die Waage selbstständig aus. Das war mir allerdings etwas zu hurtig. Das Procedere nochmals tun. Wieder rattern die Angaben ratz-fatz runter.
Ah-A!! Gut!
Zig Millionen Jahre Evolution haben mich zur Krone der Schöpfung, den Homo sapiens entwickeln lassen. Als denkender, weiser Mensch kapituliere ich doch nicht vor einem seelenlosen Wiegegerät! Deswegen schnell Papier und Bleistift besorgt und wieder rauf auf das nicht gerade billig erworbene Teil.
Schneller Lesen und Schnellschreibkurz beim Wiegen, zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen! Das Ding ist sein Geld wirklich wert!" Dieser Gedanke zuckte durch meinen Hypothalamus.
Doch Moment! Wenn mir mein Kurzzeitgedächtnis keinen Streich gespielt hat, habe ich gerade innerhalb von Minuten 0,5 Kg abgenommen! Jetzt war meine Neugierde unweigerlich geweckt. Diesem Phänomen musste ich einfach auf den Zahn füllen. Wie kann ich das Mysterium meines geheimnisvollen Gewichtverlustes auflösen? Empirische Datenerhebung ist die einzige wissenschaftlich haltbare Methode, um dem Rätsel seine inkorrekte Maske runter zu zerren. Deswegen stellte ich meinen Astralkörper als Wiegeobjekt für einen kritischen Selbstversuch zur Verfügung. Für den Wiegetestlauf stellte ich die Beurer BG22 auf einen festen, wackelfreien Untergrund( Fliesen) in einen wohltemperierten Raum (24 Grad Celsius).
Dreimal wiegen in einen Abstand von jeweils zwei Minuten ergaben diese Ergebnisse:
1.Wiegen: 80,7 Kg
2. Wiegen: 79,8 Kg
3. Wiegen: 80,0 Kg
Neunmalkluger Formalist werden jetzt sicher einige Leser denken.
Einverstanden!!
Allerdings frage ich mich warum solche Schwankungen auftreten. Gerade wenn man abnehmen möchte, soll man seiner Waage auch "trauen" können. Erfolgserlebnisse sind doch der Motivationsschub den jede Abmagerungskur braucht.
Fazit:
Eine Waage die nicht genau wiegt, ist in meinen Augen keine Kaufempfehlung.