Dirk Darmstaedter wurde schon zu Jeremy-Days-Zeiten als der Kopf der Band bezeichnet. Und das nicht nur, weil er als Frontmann mit besten Entertainerqualitäten die Konzerte dominierte. Das ist ja an sich noch nichts Besonderes. Dass jedoch ausnahmslos jeder Song zwar nicht allein, aber doch immer auch ihm zuzuschreiben ist, zeigt deutlich seine kreative Dominanz im Rahmen der Combo.
Between Wake and Sleep ist das dritte Album, das Dirk Darmstaedter unter dem Pseudonym Me And Cassity veröffentlicht. Die Songs knüpfen auch diesmal wieder stilmäßig stark an den Stil der Jeremy Days an. Der handgemachte Gitarrensound mit Brit-Pop-Einflüssen klingt noch immer wie nach einem Konzert, so ganz nebenbei bei ein paar Bier, im schmuddeligen, provisorischen Umkleideraum aufgenommen. Nur, dass von den fünf Bandmitgliedern allein Dirk Darmstaedter übrig geblieben ist. Er war wohl nicht nur der Kopf der Jeremy Days, er war das Herz der Band.
Apropos Herz - genau von dort schein das Album zu kommen. Dirk Darmstaedter bleibt nicht nur optisch seiner Linie treu; er verzichtet auf musikalische Experimente und Extravaganzen. Klingt langweilig? Ist es aber nicht. Eher gewohnt unkompliziert, schnörkellos, von einer beschwingenden Leichtigkeit. Songs wie "Someone To Take Me Home" und "My Hit" lassen unweigerlich den Wunsch nach einem Frühlingsspaziergang aufkommen. Sogar, wenn es draußen alles andere als frühlingshaft ist.
Darmstaedters unverwechselbare, manchmal ein wenig zu gequält klingende Stimme, ist wie geschaffen für melancholische, wehmütige Stücke wie etwa "Small World" oder "Madelaine", die das Album dominieren.
Alles in allem liegt mit "Between Wake and Sleep" ein Album vor, das hält, was die Jeremy Days versprachen und sich durch kompromisslose Einfachheit, Ehrlichkeit und Echtheit auszeichnet.
Weniger ist eben doch mehr.