Er erscheint thematisch fast wie in Update zum Museumskatalog der "Melancholie"-Ausstellung in der Berliner Neuen Nationalgalerie, der Katalog zur Ausstellung "Between Two Deaths". Aber auch nur fast. In verstörenden, dunklen, aber auch verwinkelt witzigen Werken nähern sich zeitgenössische Künstler Themen wie Melancholie, Trauma, Einkehr, Rückzug oder einfach der Angst. Es gibt viele Schatten in diesem Reich und eine ganze Reihe von Arbeiten wird aufgeboten, eben diese zu werfen. Eine ebenfalls namhafte Riege von renommierten Autoren steuert dazu theoretischen Überbau und Analyse bei. Obgleich sich hierbei eine erdrückende Menge an Annäherungsversuchen ergibt, erschließt sich bei der Lektüre des Buches eine stimmige Aussage zum geistigen Status Quo der Gesellschaft, die sich nur zu gut an gegenwärtigen Zeitgeistphänomena verfolgen lässt. Dieser Katalog ist oft unbequem, aber er wirft die richtigen Fragen auf und ist bekommt schon fast zwangsläufig den Ruch nachhaltiger wichtigkeit, den er ohne Zweifel verdient.