Betty Blue ist ein Liebesroman der unkonventionellen Art, Betty Blue eine Frau, von der wir Maenner traeumen und dennoch hoffen, sie niemals zu treffen, weil wir instinktiv spueren, ihr nicht gewachsen zu sein, oder ... weil wir damit unsere Traeume in die Realitaet holen und erkennen muessen, dass wir uns eines Traumes (oder einer Lebensluege) beraubt haben. Oder einfach nur, weil uns der Mut fehlt. Mut, den Betty hat. Beide Akteure sind einzeln schwach, weil Aussenseiter ohne Halt, den sich sich in ihrer Beziehung geben, um daraus die Staerke zu ziehen, die sie benoetigen, um zu ueberleben. Dennoch bleiben sie Aussenseiter, auch als Paar. Ohne sich gegenseitig einzuengen. Als Betty zusehends verfaellt, erkennt Zorc das Ende. Fuer Betty waere ein derartiges Dahinvegetieren nicht akzeptabel, Zorc kann die Schwaeche (und somit seine eigene) von Betty nicht akzeptieren und das damit verbundene logische Ende ihrer Beziehung. Er toetet aus Liebe, er toetet aus Schwaeche. Er laesst seinen Traum, der zur Illusion zu verkommen droht, wie einen Luftballon platzen.
Doch war das Liebe? Und wenn nicht, was ist Liebe? Ein nachdenklich stimmender Roman.