Einzig der Untertitel führt möglicherweise ein wenig in die Irre, denn es geht gerade um das Leben in der Zeit des Umbruchs mittelalterlicher Lebensweisen zu jenen von reformatorischen und gegenreformatierischen Vorstellungen geprägten der frühen Neuzeit. Auch eine Zeit in der ein soziales Netz durch ein anderes ersetzt wird.
Besonders zu danken ist den Autoren für die vielen Zitate aus den Ratsprotokollen und anderen Quellen, deren erschreckend bekannt wirkende Argumente zeigen, wie sehr auch unsere Vorstellungen noch von den (Vor-)Urteilen aus dieser Zeit geprägt sind.
Nein, es ist sicher keine wissenschaftliche Arbeit, auch wenn die Bibliographie am Ende viele, viele Quellen aufweist, die sich zur weiteren Lektüre lohnen. Nein, dass Buch vermittelt auch nicht Eindruck, es könne eine generelle Übersicht über das Leben von Randgruppen mit Mittelalter vermitteln, im Gegenteil, an den wenigen Stellen, wo Zeit dazu bleibt, Vergleiche anzustellen, zeigt sich schnell wie unterschiedlich das Vorgehen in anderen Städten bisweilen war. Aber Ja, es ist ein unterhaltsam geschriebenes, höchst informatives kleines Bändchen über das Leben in Köln, einer unter vielen Städten, ein Ausschnitt, ein Stückchen in Einzelschicksalen einfrorene Geschichte, dass uns schon eine Ahnung darüber vermittelt, wie ähnlich wir ihnen sind, den Menschen in Köln zwischen 1300 und 1600.
Die Anschaffung lohnt sich also allemal, ob als Einstieg oder unterhaltsame Auffrischung oder einfach, um ein paar unterhaltsame Stunde in der Vergangenheit zu verbringen, deren Denken uns (un)glücklicherweise gar nicht so fremd ist.