Spätestens bei diesem Album kommt die Weiterentwicklung Helloweens so richtig zu Tage. Schon mit einem riff-lastigen Song wie "The Time Of The Oath" auf dem Vorgänger konnten Helloween eine neue Seite an sich zeigen und das wird nun bei "Better Than Raw" fortgeführt. Schon der erste Song "Push" haut einem mit verzerrtem Gesang und unglaublicher Geschwindigkeit die Birne weg und bei dem absoluten Highlight des Albums, dem mit Tempowechseln und fetten Soli ausgestatteten "Revelation" wird die Thrash-Keule ausgepackt. Total geil! - Dennoch wird der traditionelle, typische Helloween-Speed-Metal nicht völlig begraben, wie man anhand von Tracks wie "Falling Higher", "Hey Lord!" oder dem sehr geilen, fröhlichen "Laudate Dominum" (coole Idee mit den lateinischen Lyrics) erkennen kann. Etwas schwächer vielleicht "I Can" - keineswegs allerdings ein schlechter Song.
Ziemlich untypisch für Helloween, aber ebenfalls großartig gelungen ist das düstere "Don't Spit On My Mind", mit einem intelligent eingebauten Keyboard-Solo. Überhaupt treten bei dieser CD öfter als zuvor vereinzelte Keyboard-Sounds auf, die eine gute Atmosphäre erzeugen und mehr Abwechslung bieten.
Auch eine Ballade ist mit "Time" wieder mal am Start, die einmal mehr zeigt, was für begnadete Songwriter Helloween sind.
Das Finale bietet jedoch das ziemlich harte, hymnenartige "Midnight Sun", das noch einmal zum Bangen auffordert.
Fazit: So viel Abwechslungen wie auf "Better Than Raw" gab's bei Helloween wohl noch nie! Es sollte Helloween gelungen sein, mit diesem Album sowohl ihre alten Fans anzusprechen, als auch die, die gerne härtere Sachen hören. Supergeile Scheibe!