Kurzbeschreibung
Karl Albert faßt in diesem dreibändigen Werk seine langjährige Beschäftigung mit der Geschichte der abendländischen Philosophie zusammen. Im Mittelpunkt des ersten Bandes steht Platon und die Frage nach dem Ursprung und Wesen der Philosophie. In den beiden folgenden Bänden geht es dann um "Meister Eckhart und die Philosophie des Mittelalters" und um "Descartes und die Philosophie der Moderne".
Der Autor über sein Buch
Der zweite Band der vorliegenden philosophiegeschichtlichen Betrachtungen handelt von der Philosophie des Mittelalters. Er nimmt damit ein Thema auf, das heute zu Unrecht vernachlässigt wird. Oft liegt das nur an den fehlenden sprachlichen Voraussetzungen. Jedenfalls war das Mittelalter nicht ganz so finster, wie in unseren Tagen vielfach angenommen wird. Es gab im Mittelalter nicht nur Inquisition und Hexenprozesse (und beides ging, was man freilich viel weniger oft hört, gerade auch in den Zeiten nach der Reformation und der Aufklärung jahrhundertelang weiter). Im Mittelalter gab es auch viel Licht, und dies nicht nur wegen der Anfänge aufklärerischen Denkens, denen der modische Zeitgeist gerne seine Anerkennung schenkt, sondern ebenso ein Licht gänzlich anderer Art: so war das Mittelalter auch die Zeit der Kathedralen und die Zeit der an den Universitäten betriebenen Theologie, in deren Herz sich ein großes und tiefes Denken entwickelte, das in die letzten Gründe von Sein und Leben einzudringen versuchte und es, vor allem in der Verbindung von Philosophie und Mystik, auch vermochte. Dieser philosophischen Mystik des Mittelalters ging es nicht um fromme Gefühle, sondern um Erkenntnis, freilich nicht bloß um rationale Erkenntnis, sondern um intellektuelle Erkenntnis, schauende Erkenntnis, geistige Schau, auf die sich das lateinische Wort intellectus' bezieht.