Sieben Erzählungen finden sich in dem kleinen Bändchen, von einem Patienten, der bereits vor der Operation sämtliche Komplikationen derselben durchleidet, einem anderen, der sich in die Schleusenwärterin verliebt, von Klöden, dem unbekannten Autor, der den „noveau roman cycliste", den Fahrradroman kreieren will, von der aussterbenden Gattung der Vortragsreisenden, vom Lehrer, der tot ist und doch aus Pflichtgefühl im Fernsehen ein Interview gibt, von der Frau, die zu jedem „I want you" sagt.
Alle Geschichten treiben bald ins Absurde, scheinen kein Ziel zu haben, kommen aber doch irgendwann unvermutet bei einer Pointe an. Ruhige Geschichte, witzig erzählt, mit sicherem Stilgefühl. Joachim Zelter hat nicht zu unrecht diverse Literaturpreise gewonnen.
Der Leser merkt auch bald, dass Zelter vor allem Vorleser ist. Lange schon, bevor sein erstes Buch erschienen ist, war er ein Insidertipp für Lesungen. Die Geschichten zeigen das deutlich, es bedarf keiner großen Phantasie, um zu begreifen, dass sie gelesen erst richtig ihre Wirkung entfalten. Am besten von Zelter selbst. Wer also das Glück hat, eine Lesung des Autors zu erleben, sollte nicht zögern. Schade, dass dem Buch keine CD beiliegt.Roentgen