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Beton (suhrkamp taschenbuch)
 
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Beton (suhrkamp taschenbuch) [Taschenbuch]

Thomas Bernhard
4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (10 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 213 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 11 (6. Februar 1988)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518379887
  • ISBN-13: 978-3518379882
  • Größe und/oder Gewicht: 17,6 x 10,8 x 1,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (10 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 226.723 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Amazon.de Hörbuch-Rezension

Eher zufällig habe ich diese kongeniale Lesung von Peter Fitz vor Jahren bei einer Radioausstrahlung aufgenommen. Seitdem ist sie mir die liebste Bernhard-Lesung, eigentlich auch der liebste Text Bernhards, weil hier konzentriert alles versammelt ist, was dieses großen Grantler ausmacht. Gut, dass es sie nun endlich auch auf 2 CDs gibt -- niemand, der etwas für Bernhard übrig hat, sollte sich dieses Hörbuch entgehen lassen.

“Wir müssen allein und verlassen sein, wenn wir eine Geistesarbeit angehen wollen” -- also wartet Rudolf, bis seine Schwester aus dem Familienanwesen abreist, um endlich die ersten Sätze seiner Arbeit über Mendelssohn-Bartholdy, die er schon seit Jahren gedanklich vorbereitet, aufs Papier zu bringen. Die Schwester ist weg, die Schreibhemmung aber nicht, vor dem Frühstück bringt Rudolf am Schreibtisch nichts zustande, nach dem Frühstück mit vollem Magen aber erst recht nichts.

Ein Selbstgelächter heißt dieser Text im Untertitel, und tatsächlich bringt er das Komödiantische an der Weltverzweiflung Bernhards auf den Punkt Tragisch und unerwartet ist freilich das Ende, an dem man schließlich auch begreift, warum der Text Beton heißt. --Christian Stahl

Spieldauer: ca. 141 Minuten, 2 CDs, Gekürzte Lesefassung -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Audio CD .

Kurzbeschreibung

Rudolf, der Erzähler dieses 1982 erschienenen Buches, bereitet seit einem Jahrzehnt mit leidenschaftlichem Ernst eine größere wissenschaftliche Arbeit über seinen Lieblingskomponisten Felix Mendelssohn-Bartholdy vor. Nachdem er zuerst durch den Besuch seiner Schwester und dann, nach ihrem Weggang, durch die quälende Furcht, sie könnte wieder zurückkommen, am Schreiben des ersten Satzes seiner Studie gehindert wird, quält ihn die "Hölle des Alleinseins". Deshalb packt er die Koffer, nimmt nur die wichtigsten seiner Schriftstücke mit, um in Palma seine Arbeit zu realisieren. In einem dortigen Cafe erinnert er sich an eine junge Frau, die ihn bei seinem letzten Palma-Aufenthalt vor eineinhalb Jahren angesprochen hatte. Sie war verzweifelt, ihr Mann hatte sich nachts vom Balkon des Hotels Paris gestürzt. Auf dem Friedhof von Palma, in einem der sieben Stock hohen Betonbestattungskästen, ist er beerdigt worden. Noch jetzt, eineinhalb Jahre danach, sieht er das verzweifelte Gesicht der Frau. Nun hat er eine Reihe von ersten Sätzen für seine Arbeit im Ohr, aber auch das Unglück der jungen Frau. Er nimmt ein Taxi, fährt zum Friedhof und findet an der Tafel neben dem Namen des Mannes nun auch den Namen der Frau: suicido - erfährt er.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Uncle1927
Format:Taschenbuch
Der Musikkritiker Rudolf, völlig zurückgezogen in einem niederösterreichischen Dorf lebend, überaus wohlhabend und alleinstehend, dabei todkrank (oder zumindest eingebildet todkrank), hat nur noch ein Ziel: Endlich sein Lebenswerk zu Papier zu bringen, eine Studie über seinen Lieblingskomponisten Felix Mendelssohn-Bartholdy.
Das Buch erzählt auf etwa 200 Seiten in einem absatz- und kapitelfreien stream of consciousness davon, wie er hierbei aus übersteigertem Perfektionismus heraus bereits am ersten Satz scheitert, bzw. wie er seit 12 Jahren an jenem mutmaßlich alles entscheidenden Satz gescheitert ist und welche Wirkung diese permanente Frustrationserfahrung auf seinen ohnehin fragilen Geisteszustand hat.

Eine hochinteressante und faszinierende Charakterstudie darüber, wie sich eine hochintelligente aber sozial unfähige Person immer tiefer in eine einmal eingeschlagene Sackgasse verirrt, wenn es sein Selbstbild nicht erlaubt einzugestehen, gerade auch sich selbst gegenüber, fragwürdige Entscheidungen getroffen, einen letztendlich perspektivlosen Lebensweg eingeschlagen zu haben.
Ein gutes Beispiel auch dafür, wie unsinnig die bisweilen geäußerte Kritik ist, Bernhard würde in seinen Büchern nicht viel mehr machen, als alles und jeden als Nationalsozialisten zu beschimpfen: In "Beton" kommt trotz ausgiebiger Polemik das "N-Wort" nicht ein einziges Mal vor.

Die in brillanter Prosa vorgetragenen Gedankengänge und Selbstgespräche Rudolfs sind bei alledem derweil häufig derart witzig, nicht zuletzt der allgegenwärtigen Selbstironie Bernhards wegen, dass der geradezu deprimierende Plot in seiner Wirkung zwar keineswegs nivelliert aber doch abgedämpft wird.
Bernhard zelebriert seine Übertreibungskunst auf allerhöchstem Niveau. Spätestens wenn der gemeine Stubenhund in einem vielteiligen Gedankengang zum Weltvernichter mutiert, werden sich auch Bernhard-Kritiker ein Lachen nicht verkneifen können.
Dieses Lachen freilich kann schon beim nächsten Gedankengang im Halse stecken bleiben...
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Aussichtslosigkeit 5. März 2011
Von KillaBee
Format:Taschenbuch
Rudolf sitzt, von Krankheit und Schwäche geplagt, isoliert und verlassen in einem eigentlich viel zu großen Haus in Peiskam in Österreich. Die Gesellschaft und seine Schwester (die diese und ihre Werte verkörpert) findet er widerlich und pervers, er hasst ihre Heuchelei und Falschheit. Seine Arbeiten zu Musik, Literatur und Philosophie beendet er fast nie und wenn er sie beendet vernichtet er sie wieder. Im Falle der Arbeit über Mendelssohn Bartholdy, die er innerhalb dieses Buches niederzuschreiben versucht, scheitert er schon am Anfang. Es gelingt im nicht einen ersten Satz zu finden, ständig lenkt ihn etwas, meist der Gedanke an die verhasste Schwester, ab. Unfähig seinem einzigen Lebenssin nachzugehen vegetiert er in seiner "Gruft" dahin. Ein innerlich zerrissener, desillusionierter, enttäuschter Mann, der seiner eigenen Meinung nach nicht mehr lange zu leben hat. Ironischerweise bringt gerade seine Schwester ihn auf die Idee eine Reise anzutreten. Er entschließt sich nach Palma zu verreisen, mit dem er nur positive Erinnerungen verbindet. Dort angekommen erinnert er sich an eine Frau, die er bei einem seiner vorigen Aufenthalte kennengelernt hatte und deren Lage noch wesentlich verzweifelter war als seine eigene. Ihr Geschäft ist pleite, ihr Mann ist im Urlaub verstorben (Selbstmord oder Unfall bleibt unklar) und liegt nun mit anderen Leichen zusammengepfercht in einem der unansehnlichen Betonkästen von Palma. Das Ende der Geschichte will ich hier noch nicht verraten. Stattdessen möchte ich folgendes sagen: Bernhard hat sich selbst übertroffen: Sprachlich großartig schildert er die verzweifelten Gedankengänge einer gescheiterten Existenz. Rudolf ist ein Verlierer, nicht akzeptiert, man macht sich über ihn und seine Arbeit lustig. Frustration, Trauer und Verbitterung sind die vorherrschenden Gefühle eines Menschen der nichts Positives an all dem gesellschaftlichen Treiben um ihn herum erkennt. Die Atmosphäre ist beedrückend, regt zum Nachdenken an. Während der Protagonist sich längst in sein Schicksal ergeben hat und keinen Widerstand mehr zu leisten scheint fällt einem auf, dass vieles von dem was er sagt (wenngleich Bernhard wieder, wie man es gewohnt ist, gerne übertreibt und provoziert) der Wahrheit entspricht. Hier treffen sich knallharte, überdeutliche Sozialkritik mit der berührenden Darstellung der Qualen der Hauptperson, deren Ende in einem der klobigen Betongräber vorbestimmt scheint. Meiner Meinung nach ein Meisterwerk!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Ein gelungenes Buch! 16. Februar 2011
Format:Taschenbuch
Ein wirklich empfehlenswertes Buch. Bernhard schafft es die Charakterzüge des Musikkritikers Rudolph in den verschiedensten Nuancen darzustellen. Rudolpph, eine geistig labile Person "verirrt" sich aufgrund vieler Selbstzweifel, immer mehr im Leben und zieht sich nach und nach zurück.
Ein dramatisches und trauriges Buch, jedoch kann man sich so manchesmal ein Lachen nicht verkneifen.
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