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Claire Zachanassian (Christiane Hörbiger), eine erfolgreiche Geschäftsfrau, Weltbürgerin und Milliardärin, reist in die Stadt Güllen. Hier hat sie einst als Klara Wäscher gelebt, eine junge, schöne und lebenslustige Frau, die sich damals in Alfred Ill (Michael Mendl) verliebt hatte. Er war für sie die einzigartige, die ganz große Liebe, ohne Zweifel. Nach einem schweren Verkehrsunfall, bei dem Klara bleibende Schäden davon trägt, lässt Ill sie für eine bessere Partie fallen, verrät sie, tritt ihre Gefühle mit Füßen und verleugnet sogar das gemeinsame, ungeborene Kind.
Danach hat Klara alles verloren: ihre Gesundheit, ihr Baby, ihre Liebe und den Glauben an das Gute im Menschen. Aber sie kämpft. Brutal gegen sich selbst und andere. Den Luxus von Gefühlen untersagt sie sich. Im Alltag regierte ihr scharfer Verstand. Als Claire schafft sie es ganz nach oben. Glücklich ist sie nicht. Sie denkt an Rache, will Vergeltung an Ill üben. Sie weiß, dass die offene Rechnung noch beglichen werden muss. Deshalb reist sie wieder nach Güllen und macht den Bürgern der Stadt ein mörderisches Angebot…
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Man muss nicht alles und jedes glattschleifen,
Von
Rezension bezieht sich auf: Der Besuch der alten Dame (DVD)
Elisabeth Flickenschildt und Hans Mahnke, welche die Hauptrollen in der 59er TV-Produktion von Ludwig Cremer spielten, sind bereits in den 70er Jahren verstorben. 1982 brachte Max Peter Ammann den Stoff mit der 2005 verstorbenen Maria Schell und Günter Lamprecht - dem einzigen Vorgänger der 2008er Darsteller, der sich noch nicht im Grabe herumdrehen darf.Nun mag das ein wenig zu dick aufgetragen sein - zugegeben; zumal die 59er TV-Produktion nur von der Bühne abgefilmt war. Auch ist die 69-jährige Christiane Hörbiger wirklich nicht schlecht durch die Rolle der Claire Zachanassian gehumpelt und der 62-jährigeMichael Mendl hat ausgesprochen gut gefallen in seiner zurückhaltenden Art. Warum kann dann das Stück nicht so faszinieren wie die früheren Aufführungen? Das muss nicht unbedingt an den schauspielerischen Leistungen liegen. Vielleicht ist es keine gute Idee, aus einem Dürrenmatt-Stück anachronistische und skurrile Elemente herauszuwaschen. Ein "Lehrstück", eine "Parabel" lebt auch von unglaubwürdig formalen oder verfremdenden Elementen, welche nach der Fantasie des Betrachters verlangen. Auf der Achse zwischen Brecht und Braveheart hat sich Regisseur Nikolaus Leytner jedenfalls ein deutliches Stück näher an "Sturm der Liebe" herangepirscht als seine Vorgänger. Das ist nicht unproblematisch für das Erleben des Betrachters - auch wenn dieser eine Soap durchaus zu schätzen weiß. Denn während sich in früheren Inszenierungen beispielsweise die Brutalität der Masse gegenüber Ill im Kopf des Zuschauers entfaltete, hätte er in seiner Feld-Wald-Wiesen-Verfilmung schon eine Schlächterei im Hollywood-Stil abliefern müssen, um ein leichtes Aufrichten der Nackenhaare zu erreichen. Es liegt im Trend der Zeit, mit wirklich fast jedem Material die Massen der konsumfreudigen Zuschauer ansprechen zu wollen - man muss sich nur schamlos-spekulative aktuelle Verfilmungen wie Die Buddenbrooks vor Augen halten. Das mag ja auch zu Teilen gelingen - wer kennt schon noch Dürrenmatt? Aber man muss eben auch damit rechnen, dass die Lebenserwartung einer solchen Alpensoap nicht wesentlich über die einer GZSZ-Folge hinausreicht. "Tragische Komödie" nannte Friedrich Dürrenmatt sein Schauspiel. Ich bin mir ziemlich sicher, dass man bei einer traditionellen Bühneninszenierung nach wie vor die komödiantischen wie die tragischen Elemente intensiv empfinden wird. Weder das eine noch das andere ist dem Film - zumindest im Empfinden des Rezensenten - gelungen. Dürrenmatt ist mit Michael Schanze meines Wissens weder verwandt noch verschwägert. film-jury 3* A0431 9.7.2011e 9A Genre: Tragische Komödie Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Rache und nicht Vergebung.,
Von
Rezension bezieht sich auf: Der Besuch der alten Dame (DVD)
Wer kennt diese Stück nicht? Es ist eines er besten eines ganz großen Schriftstellers, den ich wie wenig andere schätze. Kann man Menschen vergeben, die einen zutiefst gekränkt, die jeglichen moralischen Anstand vergessen, die einem dem Tod ausgeliefert haben?Die klare Antwort von Dürrenmatt ist N E I N: niemals, man sollte sich an diesen Menschen rächen und dieser Film schafft es großartig, den Ritt zwischen Rache und Vergebung darzustellen. Es gibt Dinge, die man nicht vergeben kann, die nur über eine angemessene Strafe möglich sind, und sei diese Buße über den Tod des Rivalen zu erreichen. Letzten Endes geht es in diesem Stück um die Frage kleinbürgerlicher, mieser, bankrotter, stinkender Verhältnisse (deswegen der Name Gülle(n), um eine Moral, die für Geld alles möglich macht, sogar Mord. Neben der Liebe gibt es einen weitaus größeren An.Trieb des Menschen: die Habgier, sie ist grenzenlos. Das Habenwollen von Geld, Macht und Bedeutung ist höher als alle Achttausender zusammen, es wächst in den Himmel, der Turmbau zu Güllen, und Güllen ist überall. Die Schauspieler in diesem Film spielen ihre Rollen außerordentlich gut, ja überragend. Hörbiger ist m.E. für die Racheausübende wie geschaffen, es ist ihre beste Rolle. Subtil der langsame Aufbau des Haben-Wollen-Netzes, vom anfänglichen Beistand bis hin zum totalen Fallenlassen des Opfers. Dieser Film macht betroffen, ungewöhnlich betroffen, man verliert den Glauben an die Menschheit komplett, Hoffnung zwecklos und das wirklich ganz Schlimme ahnt jeder: nichts hat sich bis heute geändert, im Gegenteil, Menschen würden sogar für weniger morden, ihnen reicht schon eine Rangliste, eine kleine Bedeutung als Nr. 1, um andere komplett abzustrafen, ihnen jegliche Luft zum Atmen zu nehmen, sei dies real oder durch Maßnahmen online, medial oder sonstwie. Schneller als man glauben mag, kommen Mitmenschen aus ihrem Bau, um einen in den Tod zu treiben, dem übel mitgespielt, der verdächtigt, herabgewürdigt und bloßgestellt wird. Wenn alle auf jemand einprügeln, trauen sich die kleinsten, gemeinsten Geister mitzumachen, sich mit Angstlust zu erregen. Der Pranger ist jederzeit möglich und Geld oder Bedeutung lassen ihn zu einem Instrument werden, das besonders raffiniert wirkt. Unvergesslich ist für mich die Szene, als der Banker versucht, Geld für den Mord an dem Gegenspieler der Milliardärin zu bekommen. Für eine Million hätte er sogar noch lange Folter vor den eigentlichen Tod gesetzt: die modernen Kreditverträge sind nach meinem Gefühl die modernste Folter einer Gesellschaft, deren Angst nur über mehr und mehr Konsum bzw. Kreditverträge bekämpft werden kann. Unbedingt anschauen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
Platt-Naturalistische Verfaelschung,
Rezension bezieht sich auf: Der Besuch der alten Dame (DVD)
Bekanntlich hat Duerrenmatt, wie Brecht, den naturalistischen Illusionismus des Theaters im 19.Jhdt (oder des Hollywood-Films) vermeiden wollen, indem er seine Stuecke grotesk stilisiert hat. Nun kommt Herr Leytner und entfernt alles Modernistische, um die Geschichte dem platten Naturalismus des Hollywooder Mainstreams anzupassen. Duerrenmatts anti-psychologische Figuren werden Hollywoood-getreu mit buergerlicher Psychologie ausgefuellt, damit wir sie "glaubhaft" und "sympathisch" finden koennen. Die geringste Spur eines V-Effekts wird natuerlich vermieden. Einige Einfaelle des Regisseurs sind aeusserst peinlich, wie wenn Claire beim Seestrandspaziergang ausrutscht, damit Ill sie auffangen kann (aua) und es zur stimmungsvoll-romantischen Intimitaet kommen kann. Natuerlich gibt es Handys in jeder 2. Einstellung, damit wir wissen, wie up to date es ist. Insgesamt eine glatte, aber geistlose und verharmloste Pseudo-Modernisierung des Textes ("modern" nur im dummen Sinne von angepasst, aber ohne Modernismus). Die Verfilmung von Ludwig Cremer (1959) ist tausendmal besser.
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