Jean-Marie Medza ist der Stolz seines Dorfes, weil er in der Stadt eine Schule besucht und es dort bis zum Examen geschafft (wenn auch noch nicht bestanden) hat. Er kommt während der Ferien in sein Heimatdorf zurück, in welchem Aufregung herrscht. Sein Vetter Niam wurde von seiner Frau verlassen und sie ist zu ihrem Vater geflüchtet. Medza bekommt nun den Auftrag in das Dorf der Hinterwälder zu reisen und die Frau zurückzuholen.
Dort angekommen muss er allerdings feststellen, dass die Frau gerade wieder verschwunden ist und so dehnt sich der Besuch in Kala etwas aus, was den dortigen Bewohnern nur Recht ist, denn so einen interessanten Besucher hat das Dorf nur selten gesehen. Er wird nun wie eine Trophäe von Familie zu Familie gereicht und wird immer wieder ausgefragt nach dem Leben in der Stadt und den Erfahrungen mit den mysteriösen Weißen. Medza wiederum nutzt die Zeit, um unterstützt von seinem Cousin Erfahrungen beim weiblichen Geschlecht zu sammeln.
So bekommt man interessante Einblicke in die Welt eines afrikanischen, ländlichen Dorfes. Besonders amüsant fand ich die Kontraste zwischen den beiden Dörfern, das Heimatdorf unseres Helden ist immens stolz darauf auf der Hauptstraße zu liegen und hält sich dadurch für fortschrittlich. Kala dagegen liegt weit von der Hauptstraße entfernt und damit in der Provinz, auf deren Bewohner man als Hinterwälder herabblickt. Obwohl das Buch stellenweise sehr amüsant ist, ist es größtenteils doch recht langweilig. Gerade die Besuche bei den Familien des Dorfes ziehen sich in die Länge, die Geschichte plätschert die längste Weile vor sich hin, ohne dass irgendetwas passiert. Doch wenn man genug Geduld mitbringt und sich etwas für die Nuancen afrikanischer, ländlicher Gegenden interessiert, dann hat dieses Büchlein durchaus seinen Reiz.