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Bestseller: Roman [Gebundene Ausgabe]

Klaus Modick
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 272 Seiten
  • Verlag: Eichborn Verlag; Auflage: 3 (13. August 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3821857455
  • ISBN-13: 978-3821857459
  • Größe und/oder Gewicht: 21,4 x 13 x 2,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (15 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 480.698 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Klaus Modick
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Na, heute schon die Vergangenheit bewältigt? In Tante Theas Koffer findet ihr Erbe, der mittelmäßig erfolgreiche, finanziell jedoch chronisch klamme Schriftsteller Lukas Domcik, ein Konvolut mit Aufzeichnungen aus ihrer Jugend in den dreißiger und vierziger Jahren. Zunächst kann er mit dem unsäglichen Backfischgeschreibsel der glühenden Nazisse und späteren reuigen Sünderin nichts anfangen. Doch dann lernt er die schöne Maskenbildnerin Rachel kennen und gerät in erotische Wallung. Um ihr ganz, ganz nahe zu kommen und um endlich auch mal das ganz, ganz große Geld zu machen, entwirft er einen genialen Plan: Mit der überaus fernsehtauglichen Rachel als vorgeschobener Autorin, die die Geschichte ihrer vorgeblichen Oma erzählt, lässt sich mit leichter Hand und reichlich Chuzpe aus dem mediengerechten deutschen Schicksal der Tante Thea ein anrührender Weltbestseller verzapfen. Doch im Rausch seiner Amour fou verliert Domcik schon bald die Übersicht – und die Fäden seiner attraktiven

Über den Autor

Klaus Modick, geboren 1951 in Oldenburg, wurde für sein umfangreiches Werk mehrfach ausgezeichnet, zuletzt 2005 mit dem Nicolas-Born-Preis des Landes Niedersachsen. Er veröffentlichte zahlreiche Romane, darunter »Septembersong«, »Der Mann im Mast«, »Der kretische Gast« und »Bestseller«. Klaus Modick ist auch als Übersetzer aus dem Englischen tätig. Er lebt mit seiner Frau und seinen beiden Töchtern in Oldenburg. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
16 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Denn sie wollen betrogen sein 21. Dezember 2006
Von H. P. Roentgen TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Lukas Domcik ist Schriftsteller mit Ansprüchen, aber knapper Kasse. Da käme ihm die Erbschaft von Tante Thea grade recht. Leider ist da nicht viel zu erben und so muss er sich mit einem Koffer voller Notizen, Zetteln und Heften begnügen. Backfischlyrik findet sich darin, glühende NS-Reime und die Memoiren der alten Dame, in denen sie  anders als in der Realität  angeblich bereits 1942 mit den Nazis gebrochen habe.

Müll auf gut Deutsch gesagt. Eines ernstzunehmenden Schriftstellers unwürdig. Doch da ist Domciks Verleger, der seinen Autor in lukrativere Schreibgewässer drängen möchte. Dokufiction, Nazis und Weltkrieg, das boomt. Letzteres kann man von Domciks Büchern nicht gerade behaupten.

So kommt ihm ein teuflischer Plan. Wenn Tante Thea sich schon selbst mit ihrer Nazi-Widerstandsgeschichte betrogen hat, warum das nicht ausbauen? In vierundzwanzig Stunden legt er ein Expose vor, in dem sich Tante Thea von einer glühenden Nazi-Verehrerin in eine Widerstandskämpferin verwandelt und als krönenden Abschluss dann politisch korrekt einen Juden heiratet.

Nur leider, Domcik ist alles andere als telegen. Doch der alternde Schriftsteller hat sich in die junge Kellnerin Rachel verguckt und baut diese als Schriftstellerin in seinen Plan ein, instruiert sie, als Autorin aufzutreten. Interessieren sich FAZ und Spiegel nicht längst mehr für hübsche Lärvchen als für gute Texte?

Der Plan klappt. Leider etwas zu gut und aus dem Dokufiction-Betrüger Domcik wird ein Betrogener, dessen Lorbeeren ein junges Fräuleinwunder einsammelt.

Modick hat eine bedrückend echte Satire geschrieben. Die Geilheit nach authentischem Nazikitsch; nach verwertbaren Lebensbeichten, die sich nahtlos in die politsche Landschaft und ihre Bedürfnisse nach Verharmlosung einpassen lassen; nach Autobiografischem in Romanen; nach hübschen Gesichtern; nach Textkritiken, die viel über Autoren, aber wenig über die Texte sagen, diese Geilheit wird hier glaubhaft auf die Spitze getrieben.

Denn es könnte so gewesen sein. Kein Zweifel, hätte jemand eine solche Lebensbeichte geschrieben mit einer derartig anziehenden jungen Autorin, sie hätten alle angebissen, die Literaturredakteure wie die Lifestyle-Journalisten. So sind auch die Rezensionen am Ende des Buches zwar erfunden, aber leider mehr als glaubhaft.

Doch Modick nimmt nicht nur das deutsche Feuilleton aufs Korn. Denn auch sein mittelmäßig erfolgreicher Autor Domcik persifliert sich selber, hält sich genauso wie die von ihm verachteten Kulturredakteure für etwas besseres, blickt voller Verachtung auf die Spießer herab, die ihn oberlehrerhaft ermahnen, doch die neue Rechtschreibung zu verwenden, nur um wenig später selber ebenso oberlehrerhaft den Schaffner über Plural und Singular, Konjunktiv und Indikativ zu belehren. Wenn die Rede auf Frankfurt am Main kommt, muss Domcik unbedingt eine Seite über Frankfurt an der Oder und die Wiedervereinigung aufs Platteste parlieren und weder Handy noch Sushi-Bars sind vor seinen Klischees sicher. So gewinnt der Leser den Eindruck, dass Domciks Verleger vielleicht sogar Recht hat, wenn er ihn auf neue Schreibfährten bringen wollte.

Auch Domcik ist eben ein Vertreter des deutschen Kulturbetriebes, über dessen Stammtischen Klischees die absolute Luftherrschaft haben.

Ein wenig ist das auch ein Problem des Buches. Manchmal ist es einfach langatmig, wenn der Ich-Erzähler Domcik vor sich hinnölt und all das bejammert und aufzählt, was ihm nicht passt, als stünde er in einer Kneipe am Tresen und hätte das fünfte Bier intus. Der Leser hätte die Karikatur durchaus verstanden, auch wenn es  gerade wenn es!  etwas kürzer ausgefallen wäre.

Doch die zahlreichen bekannten und weniger bekannten Fälschungs- und Reality-Soapstories aus dem Literaturbetrieb und seinem Jahrmarkt vieler Eitelkeiten versöhnen dann doch wieder. Und man mag es kaum glauben, eben trudelte mir eine Buchvorankündigung ins Haus, die direkt von Domcik entworfen sein könnte: Schätzchen & Frauchen von Stephan Hinrich aus dem Vive! Verlag. Die Realität schreibt eben doch die besten Satiren.

Modicks Buch ist nicht nur eine unterhaltsame Realsatire aus dem deutschen Kulturbetrieb, sondern dient auch zur Stärkung der Abwehrkräfte gegen literarische Hochstapler. Unbedingt zu empfehlen.

(C) Hans Peter Roentgen
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von JKH
Format:Gebundene Ausgabe
"Bestseller" ist eine erfrischende Satire auf den Literaturbetrieb - gewandt geschrieben und der Realität erschrekend nahe kommend. Obgleich der Roman etwas geschwätzig beginnt, läuft Klaus Modick dann schnell zu der im Klappentext versprochenen "hellsichtig-wütenden Hochform" auf - eine Formulierung, die dem Pseudo-Geschwafel, das er auf gekonnt auf die Schippe nimmt, allerdings nicht unähnlich ist. Egal wie, spätestens der zweite Teil des Buches überzeugt auf ganzer Linie; die Beschreibungen der Buchmesse, Gespräche zwischen Autor und Lektor und die Passagen aus dem Expose des "Bestseller" sowie als krönender Abschluß die fiktionalen Buchkritiken treffen ins Schwarze, sind brilliant beobachtet und gekonnt in Romanform umgesetzt worden. Da wird "Bestseller" zu einem wirklichen Lesegenuss, zumal sich das Werk flüssig liest. Eine Empfehlung für Freunde der gepflegten Satire und alljene, die das Medientheater auch als reichlich nervtötend und aufgesetzt empfinden.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ela Flury
Format:Gebundene Ausgabe
Schon erstaunlich, dass ein Buch wie FEUCHTGEBIETE bis dato 909 mal rezensiert wird und ein Buch wie BESTSELLER gerade mal 8 mal!
Dabei wäre es wesentlich angebrachter diesen wirklich genial erdachten Roman von Modick den Lesern ans Herz zu legen, weil dieser Autor wirklich schreiben kann.
Um ehrlich zu sein hat mich anfangs zwar genervt, dass der Ich-Erzähler des Romans ausgerechnet so eine Quasselstrippe sein muss und ihm anscheinend daran liegt seine Geschichte an nur jeder erdenklichen Stelle mit jeder Menge Assoziationen zu unterbrechen, auszuschmücken oder einfach zu jeder Aussage noch Zitate bekannter Klassiker, Philosophen und dergleichen anzuhängen, ABER: Die Geschichte ist wirklich witzig, spannend, überraschend und in sich stimmig, dass man über die anfängliche Genervtheit schnell hinweg ist und sich einfach nur köstlich amüsiert.
Richtig interessant, was man über die Buchbranche so alles erfährt und wie geschickt uns der Autor auf einem Spannungsbogen bis ans Ende des Romans rutschen lässt! Hat mir super gefallen!
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Vor 8 Monaten von weiser111 veröffentlicht
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Was Modick da als Satire bietet, ist eigentlich reine Reportage. Wer die Sterne und Sternchen des Literaturbetriebs und des Betriebs drumherum schon mal aus der Nähe gesehen... Lesen Sie weiter...
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Veröffentlicht am 21. Januar 2007 von Wolfgang Stroebl
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Veröffentlicht am 8. Januar 2007 von Reiter
Schonungslose Realsatire
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Veröffentlicht am 16. September 2006 von Anna
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