Der Autor, ein Professor für Soziologie beschreibt darin, v.a. anhand der USA, aber auch anderer westlicher Länder, wie die neoliberale Marktwirtschaft seit den 1970ern nicht nur zu einer Zerstörung der Arbeitsplätze geführt hat, sondern auch, wie im Zuge dessen die Finanzen für die Sozialpolitik gekürzt und gleichzeitig die Finanzen für die Strafrechtspolitik erhöht werden. Dies hatte zur Folge, dass sowohl mehr Gefängnisse gebaut wurden und sowohl die Anzahl der Strafvollzugsbeamten als auch der Insassen deutlich vermehrte. Während jedoch die Verbrechen der Weißen in den Führungsetagen der Unternehmen eher milde bestraft wurden, so zeigte die Polizei in den Elendsvierteln der Schwarzen verstärkt Präsenz, da dort die ökonomischen Verlierer der Marktwirtschaft samt ihrer informellen Ökonomie (Straßenkriminalität) zu finden waren. Weiterhin wurde auch das Strafrecht verschärft, viele Sträflinge verlieren durch eine Verurteilung sogar einige Bürgerrechte, darunter das Wahlrecht, und zwar nicht nur für die Dauer der Inhaftierung. Die Verurteilungen haben derart zugenommen, dass die Haftanstalten derart überfüllt sind, dass sogar bei einem neuen Gefängnis von Beginn an mit einer mindestens doppelten Belegung gerechnet wird. Nicht nur bestimmte ethnische Gruppen, sondern auch ganz bestimmte Straftäter fielen ins Blickfeld der neuen Strafjustiz:Drogenhändler und Drogenkonsumenten sowie Sexualstraftäter und Pädophile, über deren Strafregister und Adresse nach ihrer Haftentlassung sich die Bürger auf diversen Internetseiten erkundigen können, sofern diese Täter ihr Umfeld nicht sogar noch selbst informieren müssen.
Obwohl nicht nur in Amerika sondern international die Kriminalitätsrate sinkt, lenken die Politiker die Aufmerksamkeit der Medien und der Bürger bevorzugt auf dieses Thema, um von ihrem Versagen bei der Wirtschaftspolitik abzulenken.
Ein Merkmal der neoliberalen Wirtschaft, also gewissermaßen der Revolution von oben, ist, dass sich die Staatsführung sehr liberal gegenüber den Mächtigen aus Wirtschaft und Finanzwelt zeigt, jedoch unnachgiebig gegenüber jenen unteren Gesellschaftsschichten, also den sozial Schwachen, die unter dieser Wirtschaftspolitik am stärksten zu leiden haben.
Das Buch war schwer zu lesen, da der Autor den Inhalt mit vielen Zahlen, Daten und Fakten untermauert hat, und sich v.a. auf den ersten 200 Seiten im Durchschnitt etwa drei Fremdwörter auf jeder Seite fanden, die ich mir notierte, und sie dann nachschlug.