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5.0 von 5 Sternen
Hammer Goes Trash, 7. November 2004
Rezension bezieht sich auf: Bestien lauern vor Caracas (Hammer-Edition) (DVD)
Bestien lauern vor Caracas, so der marktschreierische Name der deutschen Verleihversion von The Lost Continent, ist mit Sicherheit der trashigste aller Hammer-Abenteuerfilme. Die Handlung ist haarsträubend und hat nur wenig Ähnlichkeit mit der Romanvorlage von Jules Verne, auf die der Film zurückgeht. Das bedeutet aber nicht, dass man es etwa mit einem schlechten Film zu tun hätte.
In guter alter B-Movie-Tradition treten abwechselnd Monsteralgen, Monsterkrabben und - man glaubt es kaum - die Nachfahren spanischer Konquistadoren auf, die wie der Frachter Curita, um den es im Film haupstsächlich geht, an eine unbekannte Küste verschlagen wurden. Die Curita - ein alter Seelenverkäufer - hat neben einer illustren Kollektion von Passagieren, die allesamt Dreck am Stecken haben, auch noch eine riesige Ladung Phosphor B an Bord, ein Sprengstoff, der bei Berührung mit Wasser hochgeht. Unter den Passagieren findet man Hilde Knef, die damals Mitte der Sechziger Jahre schon eine alternde Diva war. Die gute Hilde ist aber auf jeden Fall eine der wenigen in diesem Film, die den Namen Schauspieler verdienen. Die Spezialeffekte des Films gehen auch für heutige Verhältnisse noch in Ordnung. Der Kampf der Riesenkrabbe mit dem Riesenskorpion ist absolut sehenswert. Am schönsten ist das Grande Finale, in dem die spanische Galeone der Konquistadoren platt gemacht wird und das mit einem selbstgebauten Werfer, der Fässer mit Phosphor B verschiesst. Ein Film so richtig zum Ablachen - Trash vom Feinsten. Der Film wurde mit großer Sorgfalt restauriert, wie alle Filme aus der Hammer Collection von E-M-S. Ton- und Bildqualität sind daher einwandfrei. Kurzweilig und kultig wie alle Hammer Filme aus dieser sorgfältig aufgelegten EMS-Kollektion, 5 Sterne wert, wenn man die Schwächen der Handlung nicht sonderlich ernst nimmt.
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8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Nur zugreifen,es lohnt sich!, 6. März 2005
Rezension bezieht sich auf: Bestien lauern vor Caracas (Hammer-Edition) (DVD)
Es wäre sicher zu einfach den Film als oberflächliches Abenteuerspektakel abzutun!
Die Liebe zum Detail bei Hammers Ausstatungen ist einmal mehr zu bewundern und Michael Carreras Regie ist bestimmt sehr sorgfältig.
Die überzeugenden schauschpielerischen Leistungen,besonders von Eric Porter und Hildegard Knef,lassen verschmerzen daß die Monster an dem Low Budget kranken.
Kurz gesagt: Das Ganze ist doch sehr unterhaltsam!!
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8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Ausgefallener Hammer-Streifen, 9. Januar 2005
Rezension bezieht sich auf: Bestien lauern vor Caracas (Hammer-Edition) (DVD)
Nach "The Devil Rides Out" zweite Verfilmung der Hammer-Studios eines Buches von Dennis Wheatley (und nicht Jules Verne, wie uns das Cover Glauben machen will!). Meines Erachtens nach dürfte dies der ausgefallenste unter den Hammer-Filmen sein, und zwar aus mehreren Gründen.
Zunächst ist die Atmosphäre - zumindest in der zweiten Hälfte, als die eigentliche Geschichte beginnt (der Anfang ist quasi nur das, was Hitchcock einen "McGuffin" nannte) - absolut ungewöhnlich, bedingt durch die Stimmung, die von der Handlung Besitz ergreift, als die Merkwürdigkeiten zu passieren beginnen, und durch die Farbwahl (viel rostiges Orange). Allgemein wird dieser Film der Science-Fiction zugerechnet, doch denke ich, dass er aufgrund seiner ganzen Elemente und der Atmosphäre zumindest in die Nähe des Fantasy-Genres gehört, wenn nicht sogar vollständig dorthin.
Ein weiterer Punkt, der diesen Film aus der Allgemeinheit des Hammer-Fundus hervor hebt, ist der Fakt, dass die Personen psychologisch etwas tiefergründig angelegt sind, als dies in der Regel sonst bei Hammer-Werken der Fall ist. Im Grunde ist es so, dass man doch recht viel über die Hintergründe und die Vergangenheit der Figuren erfährt. Hammer geht sonst nicht so vor. (Selbst über Draculas Hintergrund wird ja nicht wirklich viel erzählt.) Dadurch, dass die Personen die sind, die sie sind, kann die Handlung überhaupt erst ihren Weg finden und in Gang kommen, ohne dass das alles selbst mit der eigentlichen Geschichte zu tun hat (ein klassisches "McGuffin"-Szenario also). Des Weiteren hat man zu Beginn das Gefühl, man befände sich hier in einem der typischen Katastrophenfilme, die die Siebziger so sehr bevölkerten: Verschiedene, recht unterschiedliche Personen werden vorgestellt, alle haben ihre Sorgen, es wird der Grundstein für die spätere Haupthandlung gelegt, ein paar Probleme deuten sich an, dann passiert das Unglück. Erst dann schlägt die Story ins Phantastische um. Und gerade weil zunächst so "normale" Dinge die Geschichte in Schwung brachten, funktoniert die eigentliche Story dann so gut und wirkt so fremdartig. Das macht diesen Film aus.
Letztendlich lässt sich sagen, dass dies zwar bei weitem keiner von Hammers besten Filmen ist, jedoch bestimmt der ungewöhnlichste. Ansehen lohnt zwar durchaus, doch dürften sich gerade an diesem Film die Geister recht deutlich scheiden. Ich denke, dies ist wirklich eher ein Film für Genre-Fans, nicht so sehr für Gelegenheitskucker phantastischen Kinos.
Zum Schluss sei noch auf das absolut großartige, 50minütige Erscheinen des Chris-Lee-Stuntdoubles Eddie Powell auf einem britischen Film-Festival hingeweisen, das hier als Bonusmaterial aufgespielt ist. Powell steht dort dem Publikum Rede und Antwort, und obwohl ich den Mann vorher zugegebenermaßen gar nicht kannte, hat es enorm großen Spaß gemacht, seinen humorvollen Anekdoten zuzuhören. Geheimtipp!
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