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Poetisch wie die Seufzer der Sehngurke, 28. November 2009
Rezension bezieht sich auf: Bestiarium Nonsens: Kleines Lexikon der wichtigsten wirklich merkwürdigen Tierarten. Illustriert von VerstAnd (Broschiert)
Sind Ihnen Heizschnucke, Ohrensteifer oder Sabberstorch in freier Wildbahn schon begegnet? Na, dann sind Sie hier wohl richtig.
Drei Hühner sitzen an einer Kaffeetafel, auf dem Tisch dicke Torten wie am Niederrhein. Es ist eine tolle Zeichnung, man sieht die Hühner tratschen ... und im Text heißt es nüchtern wie in einem Fachbuch: "Redhuhn. Als einziger geflügelter Wiederkäuer ist das Redhuhn von besonderem Interesse ..."
Mit diesem kleinen Lexikon hat man großen Spaß. Schon beim ersten Durchblättern gefallen verrückte Tierarten wie Turnfalke, Lachmöse oder Gähnguru. Und natürlich die lustigen Zeichnungen. Noch besser wird es beim genauen Lesen, und beim zweiten oder dritten Mal versteht man dann Wortspiele, auf die man am Anfang gar nicht gekommen ist.
Kaola zum Beispiel - in diesem Wort steckt der Koala und zugleich der ganze Sport, von der Welle Laola bis hin zum K.O.
Im Lexikon heißt es: "Kurz ist die Zeit des Kaola bemessen. denn sein Leben dauert nur einen Tag. Am Morgen hüpft er beschwingt auf und ab, wie von einer Welle des Frohsinns getragen. Am Mittag ermüden die Knochen, doch er hüpft immer weiter. Am Nachmittag beginnen die Schmerzen, er stillt sie mit dem Harz giftiger Bäume, und hüpft und hüpft, bis er endlich am Abend zusammenbricht."
Das Buch ist kritisch wie die Scheltkröte, frech wie die Zornisse, schön wie das Funkeltier, wahr wie die Falschlange und poetisch wie die Seufzer der Sehngurke.
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