Ja, sie besteht. Rein sprachlich jedenfalls in der gleichnamigen Lyrik- und Prosa-Anthologie des Kölner „ferber-verlags.
AutorInnen haben es bekanntlich schwer mit der Liebe. Bei einem Gefühl, das jede/r kennen will, aber kaum eine/r letztlich beschreiben kann, gilt es, geschickt zwischen Sex, Anbetung und Kitsch die richtigen Zwischentöne zu finden.
Die 48 AutorInnen der Anthologie „Besteht die Liebe" fanden sie.
„Und vielleicht werden wir diese Nacht nicht überleben," ...„Der Wind wird durch die Worte hindurchfegen," ... „sie werden bleiben" beginnt leidenschaftlich und wortgewaltig Beate Roma von Devivere die Anthologie mit Prosa in „Iphigenies und Orest's" klassischer Drama-Manier, ohne sich dabei in antiker Theatralik zu verlieren.
Dolores Burkert sucht lyrisch „Sinn" „jenseits der gewöhnlichen Sinne", und findet: Liebe bedeute „ich muss/leben/lassen".
Mit ihrer Prosa-„Sommerskizze" zeichnet Waltraud Rohrmoser in Pastelltönen ein Liebespaar, Isolde Ahr baut Traum-„atembrücken/zwischen dir und mir", und „Die Spurenlegerin" aus Anna Romas gleichnamigem Gedicht „vergaß so vieles" und „sich selbst/in ihrer Spur".
In Marianne Bruns Kurzgeschichte gesteht der behinderte Matthias einer unerreichbaren Braut seine Liebe. Gerade dieses Thema verführt unwiderstehlich zu Sentimentalitäten. Die Autorin ließ sich nicht verführen.
Erika Maaßen lässt in ihrer Geschichte einen „Zaungast" der Liebe Lieben lernen, und das lyrische „Schmetterlingsherz" von Sabine Fels „schwingt ins neue Leben".
Einen geliebten Toten beschreibt („Ich will schreiben, schreiben, um dich nicht zu vergessen.") Marianne Reifert-Miethke anrührend und in eben jenen wohltuenden Zwischentönen, die auch die vierzig anderen AutorInnen ausnahmslos treffen. Gemeinsam schrieben sie eine Anthologie für Verliebte und vor allem für Liebende.< Karl Feldkamp