Ein Roman über das Barcelona von heute, stark beeinflußt von (dem unvergessenen) Manuel Vázques Montalbán.
DIE STORY:
PABLO JOSÉ MIRALLES kommt aus vornehmen Haus einer Barceloneser Familie der Oberschicht. Sein Vater hat sich mit Finanz-, Immobilien- und Spekulationsgeschäften ein Vermögen geschaffen. Der Familienbetrieb ist auf beide Söhne übertragen worden. SEBASTIÁN, PABLOs älterer Bruder, den PABLO nur THE FIRST nennt, und er selbst halten je 50% Anteil. THE FIRST ist in die Fußstapfen des Vaters getreten. Er hat eine Familie gegründet, lebt mit standesgemäßen Lebensstil und leitet die Firma. PABLO, wegen seiner Statur auch BALU genannt, ist Lebenskünstler. Er hat nie Geld in der Tasche und lebt in den Tag (besser: in die Nacht) hinein, wobei er den Sinnesfreuden sehr positiv gegenüber steht. Er trinkt gerne, raucht Joints, kokst und läßt sich hin und wieder mit Nutten ein. PABLO hat die Welt bereist und ist seit 20 Jahren mit FINA, einer Femme Fatale, die unglücklich verheiratet ist, befreundet. Nachts macht er die Bars von Barcelona, vorzugsweise die von LUIGI, unsicher - oft in Begleitung von FINA. Bis eines Tages alles anders wird. Sein Vater wird (absichtlich, wie er behauptet) von einem Auto angefahren und bricht sich ein Bein. THE FIRST verschwindet - zusammen mit seiner Sekretärin - und seine Schwägerin (LADY FIRST) ist auf einmal bemerkenswert nett zu ihm und bittet ihn um Hilfe auf der Suche nach THE FIRST, womit die Sache richtig an Fahrt gewinnt und losgeht...
FAZIT:
Ein sehr gelungenes Romandebüt. Die Story ist sehr spannend, cool und macht Spaß. Trotz des Lokalkolorits (Barcelona!), sicherlich auch beste Unterhaltung für alle, die keinen besonderen Bezug zu der Metropole des Modernisme haben. Eine kurzweilige und auch sehr moderne Story, mit der sich PABLO TUSSET auf die Spuren von Manuel Vázques Montalbán begibt und hieraus auch gar keinen Hehl macht; ganz im Gegenteil: der (bekannte) Autor und seine Romanfigur und Alter Ego - der Privatdetektiv PEPE CARVALHO - werden gleich mehrfach entweder expressis verbis oder indirekt erwähnt. Ein wirklich vielversprechender Start! Man darf auf die weitere Entwicklung (hin zu einem zeitgenössischen Montalbán?) sehr gespannt sein.
Deshalb viel Spaß bei dieser (Nischen-) Entdeckung.