Im Hauptteil des Romans reist der Gelegenheits-Journalist Daniel Mandelkern, im Auftrag seiner Ehefrau und Chefin Elisabeth, an den Luganer See, um ein Interview mit dem zurückgezogen lebenden Kinderbuchautor Dirk Svensson zu machen. Aus diesem Auftrag, Samstag hin, Sonntag zurück, wird nicht nur ein viertägiger Aufenthalt Mandelkerns in Svenssons Haus, sondern auch eine Weichenstellung in Mandelkerns Leben.
In Svenssons Haus findet Mandelkern eine unfertige Autobiographie, das Astroland-Manuskript, seines Gastgebers, die Nebenhandlung im Roman.
Während das Interview immer weiter verschoben wird, wird Mandelkern fast zu einem Familienmitglied. Neben Svensson halten sich noch die finnische Ärztin Tuuli mit ihrem Sohn Samy und Svenssons dreibeiniger Hund Lua in dem heruntergekommenen Haus auf, später kommt Kiki dazu.
Mandelkern liest in der Autobiographie. Svensson erzählt darin von wichtigen Stationen in seinem Leben, New York am und nach den 11. September 2001, die Favelas in Brasilien und Finnland an Silvester.
Besonders hervorzuheben ist der Schreibstil Pletzingers. Während das Astroland-Manuskript sich leicht und flüssig liest, wirkt der Hauptteil, in der Ich-Perspektive von Mandelkern geschrieben, sperrig.
Der Lesefluss wird immer wieder unterbrochen, denn jeder Absatz erhält eine meist kurze Überschrift. Fast hat man das Gefühl, eine wissenschaftliche Abhandlung zu lesen. Jeder Satz, jedes Wort enthält wichtige Informationen. Dazu kommen in Klammern Einschübe, die Präzisierungen oder kurze Gedanken festhalten. Sie wirken wie kurze Notizen Mandelkerns.
Die Figuren in diesem Roman handeln und sprechen in ihrem eigenen Rhythmus. Pletzinger selbst schreibt einige Male "aus der Zeit gefallen". Die Personen, wie auch die Teile der Handlung scheinen zum Ende hin immer mehr zu verschmelzen. Auch Mandelkern "fällt aus der Zeit" und gewinnt ganz neue Perspektiven für sein eigenes Leben.
Ein lesenswerte Buch moderner Literatur.