... mit einer Spur Soul, Exotik, politischer Radikalität und mitreißenden Refrains, John Kays preussischer Einfluss steht für Dramatik und literarisches Interesse.
- Tue mich schwer ihre Musik in weitere Worte zu fassen: Beat, früher Hard-Rock, Psychedelia? Blues und Souleinflüsse der Stones, ein progressives Image trotz Charterfolge; bei Bikern beliebt. John Kay kam (als einziger Frontmann einer US-Grupppe jener Zeit) in seiner Rolle nahe an die Ausdrucksstärke eines Mick Jagger heran. Das politische Interesse an MC5. Scharfe Kritik an ihrer eigenen Generation: So radikale Äußerungen gegen Hippie-Kultur, gegen Rauschmittel wagte neben Steppenwolf damals nur Frank Zappa. Kays nasaler Sprechgesang erinnert etwas an den sado-masochistischen Beat der Velvet Underground.
Jerry Edmonton war ein exszellenter Schlagzeuger, Goldie Mc Johns schimmernde Hammond-Orgel gab Nachwelt-Erfolgen wie „Magic Carpet Ride" zusätzliches Pathos, neben der beißenden Rhymusgitarre von Klass Kassbaum (u.a.), dem pulsierenden Bass. Die sparsame Lead-Gitarre assoziierte ich mit einer einsamen Stimme aus der Wüste. Ursprünglich nannten sie sich „Sparrows", kamen aus Kanada und wählten 1967 Kalifornien als neue Heimat. Genug geschwafelt ...
- Born to be wild: Aus ihrem gleichbenannten Debüt, beides 1968 an der US-Chartspitze.
- "Magic Carpet Ride": aus „Second" von 1969, harter Keyboard-Titel, der zu einer orientalischen Zeitreise einlädt
- Sookie Sookie ist bluesig.
- „The Pusher", zog sich langam wie ein verwundeter Wüstenwolf durch die unteren Regionen der Charts. Eine Kriegserklärung an Heroinschieber, welche der Sänger - wäre er Präsident - am liebsten persönlich abknallen würde. „The Pusher" wurde von Radiostationen boykottiert, da er sich zu positiv über andere „weiche" Rauschmittel äußert und wegen eines Fluches im Refrain. „Snowblind Friend" (vom Debüt) und Titel Nr. 3 sind thematisch ähnlich.
- „Monster" ist eine unverlümte Kritik an der USA 1969, zu Zeiten von Vietnam, Bernardine Dohrn, Weatherman und den Black Panthers. In jenem Jahr stiegen auch Jefferson Airplane mit "Volunteers" in den radikalen Polit-Zug ein.
- „Rock me" ist ein vibrierender Titel des frühen Hard-Rocks, mit lateinamerikanischen Percussions (Drummer Jerry Edmonton!) in der zweiten Hälfte. Dieser Teil war übrigens 1972 die Erkennungsmelodie von „Pop Selection", einer Rock-Hörerwunschsendung (Samstag Nachmittag, 14 h) in Bayern 2.
-„Desperation": finde ich klasse wegen den Tasteninstrumente.
- „It`s never too late" gefällt mir persönlich neben Rock me am besten. John Kay wurde in Hamburg geboren, seine Familie emigrierte (in den Kriegswirren) aus Ostdeutschland nach Amerika.
- „For Ladies Only", gute Komposition aus dem gleichnamigen Album.
- Einiges auf der CD (wie auf anderen Zusammenschnitten) finde ich etwas blass. Ihre vielen Veröffentlichungen haben ersatzweise noch besseres Material.
Wem "Best of Steppenwolf" gefällt: Die Originale "Second", "For Ladies Only" und "Monster" sind auch nicht schlecht. Es gibt ein "Beat-Club" Video mit einem Auftritt der Gruppe. Vielleicht kann ein anderer Hörer ihre Live-Platten und die späteren Sachen beschreiben, die ich nicht kenne.