Dieser die Sache völlig auf den Punkt bringende Satz stammt vom Psychologen Jack Dawson und steht auf Seite 163. Man kann sich ja inzwischen eine ganze Sammlung von Simplify-Büchern ins heimische Bücherregal stellen. Nun ist diese zusammenfassende Hitparade auf dem Markt. Sie enthält "eine Auswahl der wertvollsten Tipps aus den Bänden simplify your life, simplify your time, simplify Diät und simplify your love".
Man kann sicher darüber streiten, ob alles so simpel ist, wie uns das die jeweiligen Autoren weismachen wollen. Aber die Grundideen erweisen sich als befreiende Lebensprinzipien: Man trenne sich von allem Überflüssigen, das an einem haftet und oft völlig unbemerkt viel Energie raubt. Dann kann man sich auf das Wesentliche konzentrieren. Man kümmere sich intensiv erst einmal um die Sachen, die man selbst verbessern kann, und man verschone andere mit seinen Beurteilungen. Im Grunde sind damit alle Regeln und Hinweise für eine Vereinfachung des eigenen Lebens und der Beziehungen zu anderen zusammengefasst.
Von einem Buch zu erwarten, dass es hilft, die eigenen Probleme zu lösen, ist ein vielleicht etwas zu hochgesteckter Anspruch. Neben zahlreichen banalen und naiven Vorschlägen enthalten die einzelnen Kapitel auch sehr nützliche und praktische Tipps. Sollten die Autoren tatsächlich den Anspruch haben, der Menschheit für jede Lebenslage den richtigen Hinweis geben zu wollen, dann kann man darüber lächeln, weil man gleichzeitig viele praktische Tipps für den persönlichen Gebrauch findet, die zu einer Erleichterung des eigenen Lebens führen.
Die einzelnen Kapitel zu beschreiben, würde den Rahmen dieser Rezension bei Weitem sprengen. Neben den immer wieder durchdeklinierten und oben genannten Grundprinzipien findet man in den einzelnen Vorschlägen oft ein Verfahrensprinzip, das sich überall bewährt: Man stelle einfache und überprüfbare Regeln auf. Das hilft nicht nur bei der Kindererziehung, sondern diszipliniert auch das eigene Selbst.
Ich habe auch lustige Sachen gefunden. Beispielsweise steht auf Seite 184, dass wir endlich Schluss mit der Sex-Diktatur machen sollen. Liebe würde zu höchstens einem Drittel aus Sex und Erotik bestehen. Wenn man diesem Rat dann gefolgt ist, kann man einige Seiten später lesen: "Bringen Sie Ihren Partner so weit, dass er sagen kann: Unser Sexleben wieder zu entfachen, das wird unser gemeinsames Projekt."
Wenn es erst einmal so weit ist, dass Sex ein Projekt wird, dann sollte man mit weiteren Projekten dieser Art und anderen Teilnehmern rechnen. Sexuelle Unzufriedenheit ist bei 80 Prozent der Fremdgeher die Ursache für dieses Verhalten, lesen wir wieder einige Seiten später. Wer hätte das gedacht?
Daraus könnte man einen einfachen Simplify-Ratschlag machen: Klappt es im Bett nicht, wird es früher oder später zum Bruch der Beziehung oder zu einem unglücklichen Zusammensein kommen, weil diese Menschen nicht für einander geschaffen sind. Aber für praktische Hinweise dieser harten Art fehlt den Autoren wohl doch der Mut, die Einsicht oder die Erfahrung.
Fazit.
Das kann ein durchaus hilfreiches Buch sein, wenn man nicht von vorneherein immer nur den goldenen Ratschlag fürs Leben erwartet. Dann findet man neben zahlreichen banalen und lustigen Hinweisen auch einige, die durchaus zu einer Vereinfachung des Daseins beitragen können.