...NATÜRLICH ist dieses Werk eine subjektive Auswahl einer Musikredaktion, die schon immer um Echtheit und Schlichtheit bemüht war. Deswegen AC/DCs "Back in Black" als Nummer 1, daher Tool viel weiter hinten und daher auch King Crimson gar nicht dabei. Und so hätte jeder Metal Fan sein - hoffentlich beim Bangen verlorenes Haar - in der Suppe zu finden, wenn er denn wollte. Jede dritte Rezension enthält das Wort "Riff", das sich in davon nochmal jeder dritten Rezension "tief" wahlweise "Deine Gehörgänge" oder "Dein Gehirn" fräst oder frisst. Und bei jeder zweiten rezensierten Platte hätte man genau eine solche erst gar nicht erwartet- entweder wegen des Zeitpunktes des Erscheinens, eines Sängerwechsels oder sonst irgendeiner Unmöglichkeit, durch deren Dann-Doch-Eintreten das Niveau der Platte nochmal beachtlich gestiegen ist. Nun mal ganz im Ernst: Wer erwartet von einem Magazin wie Rock Hard etwas anderes? Das ist überhaupt nicht abwertend gemeint, im Gegenteil: Das, was junge Leute heutzutage am meisten vermissen, kann der Heavy Metal ihnen zumindest ansatzweise geben. Echte Gefühle, Authentizität, Sicherheit und Verlässlichkeit. Oder warum, gleubt ihr, taucht "St. Anger" von Metallica nur in dem Satz auf, in dem es abgewertet wird? Ich jedenfalls liebe Rock Hard darüf, dass man immer weiß, was man hat. Das Persil des Musikjournalismus quasi. Und entsprechend ist es für mich überhaupt kein Problem und bisweilen gar sehr unterhaltsam festzustellen, dass viele Metaphern zwar noch lange keinen guten Text machen, aber der dann immerhin nicht so pseudointellektuell rüberkommt wie meine Rezension. Vier Punkte für dieses Buch, klarer Fall. Erstens wegen der Arbeit, die dahinter steht, zweitens wegen der angesprochenen Authentizität (auch wenn die leider manchmal um ihrer selbst willen arg strapaziert wird) und drittens wegen der bewusst eingeschlagenen Herangehensweise des subjektiven Standpunktes, gewürtz mit netten Anekdötchen aus dem Leben eines Musikredakteurs.