Mit Erstaunen hab ich kürzlich vernommen, dass Radiohead ein Best-Of-Album veröffentlichten. Und das, nachdem Thom Yorke (völlig zu recht) einmal gesagt hatte, dass es NIE ein Best-Of-Album geben würde. Es wäre sehr schwierig eine gebührende Kompilation zu erstellen.
Nach dem Durchsehen der Auswahl der Songs muss ich einfach sagen: Das ist doch wohl ein Witz! 17 Songs für eine der herausragendsten und innovativsten Band der Welt?
Erstaunt hat mich vor allem die starke Gewichtung auf die Alben "The Bends" und "OK Computer". Die Alben "Kid A", "Amnesiac" und das grandiose "Hail To The Thief" hingegen wurden kaum beachtet!
Sofort hat man den Verdacht, dass nicht die Band selbst, sondern das Plattenlabel EMI hinter den Album steckt. Dieser Verdacht erhärtet sich, wenn man bemerkt, dass nicht ein einziger Song des neuen Albums "In Rainbows" auf dem Best-Of vorhanden ist.
Offensichtlich versucht das alte Plattenlabel, nun da Radiohead in Folge des neuen Albums wieder in aller Munde ist, noch einmal kräftig Geld mit alten Erfolgen zu kassieren!
Ich werde das Album aus zwei Gründen keinesfalls kaufen:
1) Es fehlen rund ein Dutzend weitere Meisterwerke um diesem Alben gerechtfertigterweise den Namen "Best-Of" zu erteilen. Die Rede ist von den drei kaum beachteten Alben (siehe oben).
2) Durch die Tatsache, dass das letzte Album nicht beachtet wurde, ist diese Kompilation offensichtlich der klägliche Versuch von EMI noch einmal Geld mit Radiohead zu verdienen. Das halte ich persönlich für eine Frechheit.
So viel zur subjektiven Meinung. Um dennoch etwas Objektivität in diese Rezession zu bringen, komme ich nun zur Begründung, weswegen ich trotzdem 2 Sterne für das "Best-Of" verteilt habe:
1) Die Kompilation deckt tatsächlich viele von Radioheads Meisterwerken ab.
2) Für Einsteiger, welche bisher wenig oder gar nichts von Radiohead kennen ist die Zusammenstellung nicht schlecht und für den Beginn geeignet.
Fazit:
Es handelt sich klar um ein Mainstream-Best-Of, welches leider nicht das ganze Potential von Radiohead ausschöpft. Wer experimentelle Musik mit elektronischen Einflüssen nicht scheut, dem kann ich nur zu "Kid A", "Amnesiac" oder "Hail To The Thief" raten. Diese Alben wurden wie gesagt viel zu wenig beachtet.