Seit nunmehr 40 Jahren gibt es das Leinwandphänomen „James Bond" - eine einzigartige Konstante im schnelllebigen Filmgeschäft. Diese Dauerpräsenz ist im Prinzip nur durch die unverwechselbare Mischung aus Handlung, Witz, Schauspielern und nicht zuletzt der unverwechselbaren Bond-Filmmusik zu erklären. Pünktlich mit dem 20. Bondabendteuer und zeitgleich mit Bonds 40. Dienstjahr erscheint bei Hänssler eine Sammlung all derjenigen Melodien, die in den letzten Jahrzehnten den Rang einer Titelmusik inne hatten. An erster Stelle der CD das unvergessliche Bondthema, gefolgt von den ersten Filmhits bis hin zu den aktuellen Soundtracks der letzten Bondgeneration.
Die Besonderheit der CD ist die klassische Interpretation der Stücke durch das SWR Rundfunkorchester unter der Leitung von Dieter Reith und, bis auf zwei Ausnahmen, das Wegfallen des Gesangs. Dies führt dazu, dass der Hörer die rein instrumental interpretierten Titel als ungewohnt und nicht mehr als bondtypischen Soundtrack empfindet. Überhaupt lässt das klangliche Resultat zu wünschen übrig: zwar sind Tempo, Dynamik und Phrasierung von den Originalstücken eins zu eins übernommen, so wirken doch die elektronisch verstärkten Zusatzinstrumente (E-Bass, E-Gitarre, Synthesizer) und das Schlagzeug zu statisch. Ob es sich bei den Instrumenten um schlecht gewählte Sounds von realen Instrumenten handelt, oder ob die Instrumente aus einem besseren Keyboard stammen ist nicht heraus zu hören. Fällt jetzt auch noch die Singstimme weg, so ähnelt der musikalische Charakter schon mehr einer Kaufhaushintergrundmusik. Unterstützt wird dieser Effekt durch die schlecht ausgesuchten Synthesizer und Keyboardsounds, die den Part der Singstimme übernehmen.
All time high und Nobody does it better sind die Klangperlen dieser CD, die durch die Stimme von Ingrid Peters, einer langjährigen und erfahrenen Schlagersängerin, zu diesen gemacht werden. Die Interpretation der beiden Lieder entsprechen in Intonation und Charakter annährend den Originalen - beide Titel können den früheren Versionen durchaus das Wasser reichen. Schade, dass nicht alle Melodien mit Text eingespielt wurden.
Das Cover gibt dem versierten Bondfan genaue Daten zu den einzelnen Titeln: welche Melodie gehört zu welchem Film und wann und von wem wurde diese komponiert. Des weiteren stehen detaillierte Informationen zur Sängerin Ingrid Peters und dem musikalische Leiter Dieter Reith zur Verfügung.
Alles in allem eine durchschnittliche CD, die eher für den fanatischen Bondfan zu empfehlen ist als für den Musikliebhaber. Dass die Verbindung Klassik - Pop keine Besonderheit in der Musikbranche darstellt und vor allem auch hörenswerte Ergebnisse liefert, zeigen aktuelle Musiktitel. Bei dieser CD scheint die Gratwanderung Klassik - Pop noch nicht völlig ausgereift.